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Das sogenannte Oberharzer Wasserregal zählt zum Weltkulturerbe: Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation UNESCO nahm das als Meisterwerk früher Bergbau- und Ingenieurskunst geltende Wassersystem in die Liste des Kultur- und Naturerbes auf. Das teilte die deutsche UNESCO-Kommission in Bonn mit. Das Komitee würdigte demnach die Oberharzer Wasserwirtschaft als eines der weltweit größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme.
Die 21 UNESCO-Experten hätten ihre Entscheidung einstimmig getroffen, teilte die UNESCO-Sprecherin Sue Williams mit. Deutschland hatte die Harzer Wasserwirtschaft als Erweiterung der Welterbestätte "Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar" nominiert, die seit 1992 zum UNESCO-Welterbe gehört.
Das ausgeklügelte System diente den Bergleuten zur Energieerzeugung. Die wurde für die Förderung von Abraum und Erzen sowie vor allem für die Entwässerung der Stollen benötigt. Die Wasserwirtschaft steht seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz. Das Wassersystem besteht den Angaben der UNESCO-Kommission in Bonn zufolge aus 107 historischen Teichen, Gräben mit einer Gesamtlänge von 310 Kilometer sowie Wasserläufen über 31 Kilometer. Ein Teil der weitläufigen Anlage wird noch heute als Kulturdenkmal in Funktion erhalten. Mönche des Klosters Walkenried hatten im frühen 13. Jahrhundert erste Teich- und Grabensysteme konstruiert, Bergleute bauten sie über die Jahrhunderte aus. Weitere Informationen zum Oberharzer Wasserregal finden Sie beim NDR.
Zur Welterbestätte gehören neben dem gotischen Kloster Walkenried auch die Grube Samson aus dem 16. Jahrhundert und drei kleine Schachtanlagen aus dem 19. Jahrhundert. Die Oberharzer Wasserwirtschaft war vom Mittelalter bis ins Industriezeitalter der einzige Energielieferant für den Oberharzer Bergbau. Da es auf der Hochfläche keine Flüsse oder Bäche gab, sammelten die Bergleute über kilometerlange Grabensysteme Wasser in Speichern. Von dort wurde es zu den Bergwerken und Hütten geleitet, wo es unzählige Wasserräder über- und untertage antrieb. Damit gewannen die Bergleute Energie, um mit hölzernen Pumpen eingesickertes Wasser aus den Gruben zu befördern, um die Hütten zu betreiben und um Material zu transportieren.
Die UNESCO-Experten befassten sich auch mit Anfragen, ob geplante Baumaßnahmen mit bestimmten Weltkulturerbestätten im Einklang stehen. So gaben sie grünes Licht für den umstrittenen Bau der Mittelrheinbrücke in der Nähe des weltberühmten Loreleyfelsens. Das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal sei dadurch nicht gefährdet. Die Wirtschaft forderte seit langem eine Rheinquerung bei St. Goar und St. Goarshausen, denn zwischen Koblenz und Mainz gibt es auf rund 85 Kilometern weder Brücke noch Tunnel.
Keine Entscheidung gab es jedoch vorläufig über die in Regensburg geplante Donaubrücke. Die Stadt hatte eine Studie zum Bau einer Bustrasse eingereicht, die als Ersatz für die gesperrte Steinerne Brücke gedacht ist. Möglicherweise müssen die Planungen nun für ein Jahr bis zur nächsten Sitzung des Komitees auf Eis gelegt werden.
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