Der Schauspieler Claus Biederstaedt nimmt 2011 an der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof teil | Bildquelle: dpa

Schauspieler und Synchronsprecher Claus Biederstaedt mit 91 Jahren gestorben

Stand: 22.06.2020 00:44 Uhr

Er stand vor der Kamera, auf Theaterbühnen und lieh unter anderem Marlon Brando und TV-Schnüffler Peter Falk alias "Columbo" seine Stimme: Nun ist Claus Biederstaedt kurz vor seinem 92. Geburtstag gestorben.

Der Schauspieler und Synchronsprecher Claus Biederstaedt ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sohn.

Biederstaedt stand seit 1952 in zahlreichen Fernsehproduktionen und Filmen vor der Kamera. Gleich für sein Debüt in "Die große Versuchung" erhielt er den Deutschen Filmpreis als bester Nachwuchsschauspieler. Auch in Serien wie "Die Schwarzwaldklinik", "Der Alte" oder "Derrick" war Biederstaedt mehrfach zu sehen.

Der Schauspieler Claus Biederstaedt nimmt 2011 an der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof teil | Bildquelle: dpa
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Sonore Stimme und breites Lachen - Claus Biederstaedt begeisterte viele Zuschauer.

Schauspieler und Synchronsprecher

Jahrzehnte war der Schauspieler mit der sonoren Stimme und dem breiten Lachen fester Bestandteil des deutschen Films und Fernsehens. Später besann er sich zurück auf das Theater. Dort habe er machen können, was er gewollt habe, sagte er einmal. Noch im hohen Alter stand Biederstaedt auf der Bühne.

Begonnen hatte seine Schauspielkarriere Ende der 1940er-Jahre im Hamburger Schauspielhaus. Zuvor hatte der im pommerschen Stargard geborene Biederstaedt sein Medizinstudium abgebrochen. In den 1950er-Jahren wurde er mit Filmen wie "Drei Männer im Schnee", "Nachtschwester Ingeborg" und "Charleys Tante" an der Seite von Heinz Rühmann berühmt.

Bekannt wurde auch Biederstaedts Stimme: Als Synchronsprecher vertonte er Hollywood-Größen wie Marlon Brando, Peter Falk, Yves Montand und Paul Newman. In den vergangenen Jahren war es ruhig um den Schauspieler geworden: Diagnose Zungenkrebs. Zwei Drittel der Zunge amputierten Ärzte, formten den verlorenen Teil mit Gewebe aus dem Oberschenkel nach. Nach Angaben seines Sohnes kämpfte sich Biederstaedt gut durch, las viel und hörte klassische Musik. Dass er nicht mehr auf der Bühne stehen könne, sei der größte Verlust gewesen, sagte sein einziger Sohn, Tom Biederstaedt, 2018 in einem Interview.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Juni 2020 um 05:30 Uhr.

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