Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

09.02.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.nachtmagazin 00:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesthemen 21:20 Uhr
Inhalt
Kultur
Ausstellung: Schrecken ist Tim Burtons Privileg
Tim-Burton-Ausstellung in New York

Schrecken ist sein Privileg

Im Kino entführt Regisseur Tim Burton die Zuschauer in Phantasiewelten. Doch seine Ideen setzte er auch in Gemälden, Zeichnungen und Puppen um. Eine Ausstellung seines finsteren und blutigen Werks in New York lässt die Besucher erschauern.

Von Lena Bodewein, ARD-Hörfunkstudio New York

Ausstellunseingang im New Yorker Museum of Modern Art  (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Museumsbesucher betritt die Phantasiewelt Tim Burtons durch ein Maul. ]
Das MoMA sperrt seinen grässlichen Rachen auf, und wer den Schlund des Monsters betritt, landet bei Tim Burton. Der Eingang zur großen Retrospektive für den Filmemacher ist angemessen makaber. "Die Ausstellung unterscheidet sich stark von den üblichen Filmausstellungen", sagt Kurator Ron Magliozzi. "Sie soll nicht den Prozess des Filmemachens zeigen, sondern es ist eine Kunst-Ausstellung." Kein anderer Regisseur habe so viel auf Leinwand und Papier produziert wie Burton.

Zwei Jahre lang durchwühlte Magliozzi die Archive und Studios Tim Burtons und landete schließlich im Kopf des Regisseurs, so scheint es zumindest bei einem Blick auf die skurrilen Ausstellungsgegenstände und schauerlichen Szenarien der Bilder.

Tiefste menschliche Ängste

"Ich bin nicht mit einer Museumskultur groß geworden, dort in Burbank Kalifornien", erzählt Burton, "mein erstes Museum war das Wachsfigurenkabinett in Hollywood. Daher ist diese Ausstellung hier geradezu surreal für mich." Der Phantast offenbart in den 700 Ausstellungsstücken tiefste menschliche Ängste: Von der Stimmung her beschwören die Werke Piranesis Kerker, Maurice Sendaks düstere Bilderbuchwelt, manchmal altmodische viktorianische Karikaturen. Edgar Allen Poe hätte sich hier wohlgefühlt.

Regisseur Tim Burton (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Diese Ausstellung ist surreal für mich" - Regisseur Tim Burton. ]
Kaum etwas ist wie es scheint, Dinge verschwinden, Menschen verwandeln sich unversehens. Schrecken ist Tim Burtons Privileg, und es lauert überall, nicht nur in Burtons Filmen, sondern auch in dieser Ausstellung. Im Skulpturengarten springt ein Hirsch, aus Hecke geschnitten, als habe ihn "Edward mit den Scherenhänden" gestaltet. An anderer Stelle stehen die Köpfe von Sarah Jessica Parker und Pierce Brosnan - in "Mars Attacks" werden die Häupter ihrer Charaktere verpflanzt. Da sind die halbverbrannten Puppen aus "Charlie und die Schokoladenfabrik", die das Begrüßungslied für Willy Wonka singen.

Das Niedliche und der Abgrund, der sich immer wieder in Burtons Werk auftut: schroff, zerklüftet, finster und auch blutig. Harmonie kippt schnell ins Grauen. "Vieles von dem hier hatte ich seit 30 Jahren nicht mehr durchgesehen", erzählt Burton. "Bei vielen Bildern war ich sicher, dass ich sie längt hinter mir gelassen hätte. Aber ich bin immer noch besessen von manchen Dingen - diese Ausstellung ist eine sehr belebende Erfahrung."

Exponat in der Ausstellung von Tim Burton (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Viele Ausstellungsstücke sind vor allem eines: skurril. ]

Rührend und erschreckend

Seine Figuren sind oft rührend und erschreckend zugleich: das unverstandene Außenseiter-Kind mit den phantastischen Talenten, bei dem man immer das Gefühl hat, Tim Burtons alter Ego zu sehen. Von Edward mit den Scherenhänden bis zum Schokoladenmagier Willy Wonka, der um die Anerkennung seines Vaters kämpft.

Zwei Filmreihen begleiten die Ausstellung: zum einen Burtons Werke selbst, von Beetlejuice bis Sweeney Todd. Zum andern die Gruselklassiker, die ihn beeinflusst haben: von Frankenstein bis zum Kabinett des Dr. Caligari. Ängste, Bilder und wilde Einflüsse, das Rohmaterial seiner Werke ist im MoMa zu sehen: Und wenn Tim Burton seine Ideen in Filme verwandelt, dann entfaltet sich seine vollkommene Magie, oft schrecklich, aber schrecklich schön.

Stand: 21.11.2009 23:48 Uhr

Weitere Inhalte

Nachrichten-Weltatlas

Weltatlas

WeltatlasUSA

Landkarte, weitere Nachrichten aus der Region und viele Hintergrundinformationen.
[Flash|HTML]

Korrespondent

Lena Bodewein, NDRHintergrundlogo NDR

Lena Bodewein, NDR

 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW