Vier Auszeichnungen für Journalisten der Zeitung

"New York Times" sahnt bei Pulitzer-Preisen ab

Die "New York Times" hat gleich viermal den Pulitzer-Preis gewonnen. Mitarbeiter der Zeitung wurden für investigative, erklärende und internationale Berichterstattung sowie Feature ausgezeichnet. Der Roman "Das geraubte Leben des Waisen Jun-Do" von Adam Johnson erhielt ebenfalls einem Preis.

Von Claudia Sarre, ARD-Hörfunkstudio New York

Redaktionsraum der "New York Times" (Bildquelle: REUTERS)
galerie

Herausgeber Arthur Sulzberger Jr. (Mitte) freut sich über vier Auszeichnungen für die "New York Times".

Gute Nachrichten für die "New York Times": Nach einigen mageren Jahren konnte die renommierte Tageszeitung bei der diesjährigen Pulitzerpreisvergabe gleich in vier Kategorien abräumen. In der Sparte internationale Berichterstattung schrieb der Journalist David Barboza über das geheime Milliarden-Vermögen des chinesischen Premierministers. Um Korruption und Bestechung ging es auch in einer Story über das Einzelhandelsunternehmen Wal-Mart. Ein anderer New-York-Times-Reporter deckte die zweifelhaften Geschäftspraktiken von Technologie-Unternehmen wie Apple auf.

Auszeichnung für Multimedia-Einbindung

In der Kategorie Reportage gewann die "New York Times" mit einer Geschichte über 15 Skifahrer und eine tödliche Lawine in Colorado. "Sie war nicht nur exzellent geschrieben, sondern sie wurde noch enorm aufgewertet durch Multimedia-Elemente - wie Videos, Bildergalerien und Grafiken - und zwar auf sehr innovative Weise",  sagte der Verantwortliche der Pulitzerpreis-Verleihung, Sig Gissler, bei der Bekanntgabe der Gewinner in New Yorks Columbia University. Multimedia-Begleitung im Internet spiele bei moderner zeitgemäßer Print-Berichterstattung eine immer größere Rolle, so die Pulitzer-Juroren.

New York Times gewinnt vier Pulitzer-Preise
C. Sarre, ARD New York
16.04.2013 06:59 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Regionalzeitung deckt Misstände bei Polizei auf

In der journalistischen Königskategorie Public Service - auf Deutsch: Dienst an der Öffentlichkeit - wurde die Regionalzeitung "Sun Sentinel" aus Fort Lauderdale in Florida ausgezeichnet. Prämiert wurde eine Reihe an Berichten über Polizeibeamte, die außerhalb ihres Dienstes durch die Stadt gerast waren und durch ihr Verhalten andere Menschen in Lebensgefahr gebracht hatten.

"Es ist bemerkenswert, dass die Aufpasserfunktion der Medien in den ausgezeichneten Beiträgen immer wieder im Vordergrund steht", sagte Sig Gissler. Den Preisträgern ging es im Wesentlichen darum, üble Machenschaften aufzudecken und Missstände anzuprangern. Mit einer Energie, so Sig Gissler, die den Begründer des Preises - Joseph Pulitzer - sicher stolz gemacht hätte.

Wieder Pulitzer-Preis für einen Roman

Während im vergangenen Jahr kein Schriftsteller ausgezeichnet wurde, konnte sich die Jury in diesem Jahr auf den Autor Adam Johnson und seinen Roman "Das geraubte Leben des Waisen Jun-Do" einigen. Das Buch handelt von einer abenteuerlichen Reise ins totalitäre Nordkorea und in die menschliche Seele.

Die Pulitzerpreise - sozusagen die Oscars für Journalisten und Schriftsteller - werden seit 1917 in den USA vergeben. Ausgezeichnet werden nicht nur Reportagen und Bücher, sondern auch Fotos und Musikaufnahmen.

Dieser Beitrag lief am 16. April 2013 um 5:32 Uhr auf RBB Info.

Stand: 16.04.2013 07:37 Uhr

Darstellung: