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Otfried Preußler verstorben
Der Vater des "Hotzenplotz" ist tot
Der Schriftsteller und Kinderbuchautor Otfried Preußler ist tot. Er verstarb im Alter von 89 Jahren in Prien am Chiemsee. Das teilte der Stuttgarter Thienemann Verlag mit.
Preußler schrieb Klassiker der Kinderliteratur wie etwa "Krabat", "Der Räuber Hotzenplotz" oder "Die kleine Hexe". Seine insgesamt 32 Bücher wurden in fast 60 Sprachen übersetzt, vielfach preisgekrönt und weltweit mehr als 50 Millionen Mal verkauft. In einer ersten Reaktion würdigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann die große schöpferische Fantasie des Autors und seine eindrückliche Erzählweise. "Kinder wie Erwachsene haben ihn und seine Bücher geliebt, das wird sich auch nicht ändern. Wir werden uns gerne weiter von seinen Geschichten verzaubern lassen", erklärte Neumann.
Otfried Preußler gestorben
M. Morgenroth, BR
20.02.2013 14:22 Uhr
Preußler wurde 1923 im böhmischen Reichenberg geboren. Schon mit zwölf Jahren schrieb er seine ersten Geschichten. Er wollte später als Schriftsteller in Prag leben. Doch nach dem Abitur 1942 wurde Preußler zur Wehrmacht einberufen und kam nach fünf Jahren russischer Gefangenschaft 1949 ins oberbayerische Rosenheim. Um sich eine Existenz aufzubauen, fing er noch während des Lehrerstudiums mit dem Schreiben an - zunächst als Lokalreporter, dann als Autor für den Kinderfunk.
Keine Lehrstücke, sondern Geschichten
Bis 1970 arbeitete Preußler im Anschluss als Volksschullehrer und Rektor in Rosenheim, danach widmete er sich ausschließlich der Schriftstellerei. Sein erster großer Erfolg gelang ihm 1956 mit dem "Kleinen Wassermann". 1962 rief Preußler den "Räuber Hotzenplotz" ins Leben. Zwei Fortsetzungen des Buches folgten 1969 und 1973, ebenso wie mehrere Hörspiele. Im Jahr 2005 kam dann eine Romanverfilmung mit Armin Rohde in der Rolle des Räubers in die deutschen Kinos.
Als Preußlers Erfolgsrezept galt, die Kinder und ihre Wünsche ernst zu nehmen. "Sie wollen keine Lehrstücke", ließ der Autor einmal wissen, "sondern Geschichten, die der Fantasie Nahrung geben und ihnen auf dem Weg der Poesie helfen, mit mancherlei Ängsten besser fertig zu werden." Dem "natürlichen Optimismus", mit dem Kinder seiner Meinung nach zur Welt kommen, wollte er mit seinen Büchern "Vorschub leisten". Einen beträchtlichen Teil seiner Zeit widmete der Autor daher dem Briefwechsel mit Kindern aus aller Welt.
"Lebensbuch" Krabat
Viele seiner Geschichten stammen aus der eigenen Kindheit, häufig benutzte er auch Stoffe aus der slawischen und der deutschen Sage. Sein "Lebensbuch", wie er es einmal nannte, schuf Preußler mit "Krabat" (1971), an dem er zehn Jahre lang arbeitete. Die Geschichte über einen Müllerburschen, der in den Bann schwarzer Magie gerät, aus dem ihn nur Freundschaft und Liebe befreien können, beruht auf einer sorbischen Volkssage. Sie brachte ihm den Deutschen und Europäischen Jugendbuchpreis ein.
Stand: 20.02.2013 14:53 Uhr
