Jimmy Kimmel | Bildquelle: REUTERS

Politik bei den Oscars Viele kleine Spitzen gegen Trump

Stand: 27.02.2017 08:27 Uhr

Die große Politshow blieb aus - doch gab es viele kleine Spitzen und Anspielungen in Richtung US-Präsident Trump. Das deutlichste Statement kam vom iranischen Regisseur Farhadi, dem Sieger des Auslands-Oscars: Er blieb der Veranstaltung aus Protest fern.

Hollywoods Superstars haben bei der 89. Oscar-Verleihung immer wieder gegen die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump demonstriert - eine einzelne herausragende Rede hat es aber nicht gegeben. Stattdessen nahmen in Los Angeles viele Sieger, Laudatoren und Moderator Jimmy Kimmel Bezug auf verschiedene Aspekte von Trumps Politik.

Das auffälligste Statement in der dreieinhalbstündigen Show war die Abwesenheit von Ashgar Farhadi, iranischer Sieger in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film. Er selbst blieb aus Protest gegen Trump der Verleihung fern. "Meine Abwesenheit geschieht aus Respekt vor den Einwohnern meines Landes und den sechs anderen Nationen, denen durch den unmenschlichen Einreisestopp in die USA Verachtung entgegengebracht wird", ließ er eine Vertreterin vorlesen. "Wer die Welt in Kategorien von 'Wir' und 'unsere Feinde' einteilt, schafft Angst." Filmemacher könnten Stereotype über verschiedene Nationalitäten und Religionen aufbrechen. "Sie erzeugen Empathie zwischen uns und anderen. Eine Empathie, die wir heute mehr brauchen denn je."

Moderator Kimmel teilte ordentlich aus

Darüber hinaus gab es viele kleine Momente, die Bezug auf den US-Präsidenten nahmen: Die Macher der siegreichen Doku über O.J. Simpson widmeten ihren Preis den Opfern von Polizeigewalt. Schauspieler Gael Garcia Bernal gab zu Protokoll, dass auch er ein Gastarbeiter sei und Grenzen generell verachte.

Während der Verleihung gab es immer wieder solche Anspielungen: Die Sieger in der Kategorie beste Filmmusik erinnerten daran, dass sie Schüler an öffentlichen Schulen waren. Und während eines Songs von Sting wurde ein Zitat des 2014 in Syrien getöteten Journalisten James Foley eingeblendet: "Wenn ich nicht die moralische Kraft besäße, Autoritäten in Frage zu stellen, dann haben wir keinen Journalismus."

US-Moderator Jimmy Kimmel | Bildquelle: AP
galerie

US-Moderator Jimmy Kimmel führte durch die dreieinhalbstündige Gala - und attackierte dabei immer wieder US-Präsident Trump.

Bereits zum Auftakt der Show hatte sich Moderator Kimmel mit einigen derben Scherzen über den neuen US-Präsidenten lustig gemacht. "Ich möchte mich bei Präsident Trump bedanken. Erinnert ihr euch noch an letztes Jahr, als jeder gesagt hat, dass die Oscars rassistisch seien?", sagte Kimmel mit Blick darauf, dass es im vergangenen Jahr viel Kritik an fehlenden schwarzen Nominierten gegeben hatte. Später gab er seiner Verwunderung darüber Ausdruck, dass sich Trump noch nicht auf Twitter zu der Verleihung geäußert habe. Außerdem merkte er im Verlauf des Abends an, die Gala werde in mehr als 225 Ländern verfolgt, "die uns jetzt hassen".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Februar 2017 um 10:00 Uhr.

Darstellung: