Szene aus dem Film ''Odyssee im Weltraum'' | Bildquelle: picture alliance / United Archiv

50 Jahre "Odyssee im Weltraum" Wie "2001" die Zukunft voraussagte

Stand: 06.04.2018 09:38 Uhr

Ein halbes Jahrhundert ist es heute her, dass Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" in die Kinos kam. Viele technische Details des Klassikers erwiesen sich als visionär.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Am 6. April 1968 kam der Film "2001 - Odyssee im Weltraum" in die Kinos und veränderte das Genre des Science-Fiction-Films für immer. Mit dem Streifen verstörte Regisseur Stanley Kubrick Kritiker, begeisterte Kinogänger und beeinflusste Generationen von Regisseuren.

Kubrick und Drehbuchautor Arthur C. Clarke erreichten mit dem zweieinhalbstündigen Streifen eine Detailgenauigkeit , wie sie selbst in der Science-Fiction-Welt selten ist - gemeint sind ihre Vorhersagen, wie unsere Zukunft aussehen könnte.

Das lag auch an den Experten der NASA, die die beiden für das Filmprojekt engagiert hatten. Anders als bei Filmen wie "Star Wars" berücksichtigten Kubrick und Clarke etwa die Tatsache, dass die Wahrnehmung von Geräuschen im Weltall unmöglich ist.

Stanley Kubrick
galerie

Stanley Kubrick schuf 1968 einen Film-Klassiker.

Szene aus dem Film ''Odyssee im Weltraum'' | Bildquelle: picture alliance / Everett Colle
galerie

"2001" erhielt 1969 einen Oscar - für die Spezialeffekte.

Tablets: Wer denkt, Apple und Steve Jobs hätten sich das iPad ausgedacht, der irrt. In "2001" arbeiten die beiden Astronauten auf dem Weg zum Jupiter mit Tablet-Computern, die dem Apple iPad ähneln. Und das 40 Jahre vor seiner Erfindung.

Sprachsteuerung: Siri, Alexa und Google Home gibt es erst seit knapp drei Jahren. Im Kubrick-Film findet die Grenzkontrolle im Weltall auf einer Raumstation statt. Ein Sprachsteuerungssystem übernimmt die Aufgabe.

Videotelefonie: Skype, Facetime oder Hang Outs - Videotelefonie ist heute normal. Am Anfang des Films von 1968 unterhält sich ein Astronaut mit seiner Tochter. Erst 35 Jahre später, im Jahr 2003 erscheint Skype, der erste massentaugliche Videochatdienst.

Lippenlese-Technologie: In einer Schlüsselszene des SciFi-Films wollen die beiden Astronauten den mit künstlicher Intelligenz vollgestopften Computer überlisten. Doch Hal 9000, so der Computer, kann Lippen lesen. Diese Technologie gibt es erst seit dem Jahr 2009. Vor zwei Jahren optimierten Wissenschaflter der Universität von Oxford diese Technik. Sie kann jetzt mit mehr als 90 prozentiger Genauigkeit unsere Lippen lesen.

Maschinen übernehmen die Kontrolle: Das Highlight des Films ist aber Hal 9000. Ein Computer, den man in dem Film schnell zu hassen beginnt. Denn Hal 9000 läuft mit künstlicher Intelligenz. Kubrick zeigt uns vor 50 Jahren, was passiert, wenn die Maschine nicht nur schlauer ist, sondern auch immer mehr die Kontrolle übernimmt.

Reality Check: Uraufführung Sci-Fi-Klassiker: "2001 - Odyssee im Weltraum"
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
06.04.2018 09:27 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 03. April 2018 um 05:05 Uhr.

Darstellung: