Leonard Nimoy - der Darsteller von Mr. Spock - ist tot | Bildquelle: AFP

Leonard Nimoy im Alter von 83 Jahren gestorben Hollywood trauert um Mr. Spock

Stand: 27.02.2015 22:23 Uhr

Er schrieb als Mr. Spock Fernsehgeschichte, nun ist der Schauspieler Leonard Nimoy im Alter von 83 Jahren gestorben. Schauspiel-Kollegen würdigten ihn als talentierten Darsteller und warmherzigen Menschen.

Von Nicole Markwald, ARD-Hörfunkstudio Washington

Wer ein Twitterprofil anlegt, muss sich kurz fassen. Bei dem Schauspieler Leonard Nimoy las sich die Eigenbeschreibung so: "In Boston geboren, mit 18 nach Hollywood gezogen, 16 Jahre später als Spock für Star Trek gecastet." In einem Fernsehinterview am Set der Science-Fiction-Serie "Star Trek" erzählte Nimoy 1966 von seinen schauspielerischen Anfängen: "Ich habe mit acht in Boston mit der Schauspielerei begonnen und bin da reingewachsen. Es hat mir Spaß gemacht und ich habe dann entschieden, das zu meinem Beruf zu machen. Deshalb zog ich 1949 nach Kalifornien."

Nimoy musste gut 90 Minuten vor seinen Kollegen am Set auftauchen, so lang brauchte die Maske, um ihm die spitzen vulkanischen Ohren zu verpassen, die Haare zu richten und die Augenbrauen anzuzeichnen. Spock war halb Vulkanier, halb Mensch und das kühle, überlegte Pendant zum emotionalen Captain Kirk, dargestellt von William Shatner.

Leonard Nimoy - der Darsteller von Mr. Spock - ist tot | Bildquelle: picture alliance / landov
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Leonard Nimoy in seiner wohl bekanntesten Rolle als spitzohriger Vulkanier "Mr. Spock".

Ambivalentes Verhältnis zu Spock

Nimoy sagte einmal über Spock: "Ich verdanke der Rolle alles." Auch wenn er zwischenzeitlich ein ambivalentes Verhältnis zu seiner berühmtesten Figur hatte. Seine erste Biografie in den 1970er Jahren betitelte er "Ich bin nicht Spock". 20 Jahre später erschien der Nachfolger "Ich bin Spock".

Die Rolle sollte ihn sein ganzes Leben lang begleiten, auch wenn "Star Trek" nur zwischen 1966 und 1969 lief. Aber sie wurde ein Welterfolg und wird bis heute fanatisch verehrt. Es war Nimoy selbst, der den Vulkanier-Gruß zum Markenzeichen machte: Er erhob eine Hand zum Gruß und spreizte die Finger nur zwischen Ring- und Mittelfinger, so dass ein "V" entsteht.

Nimoy hatte sich die Geste bei einem jüdischen Rabbi abgeschaut. Er erinnerte sich später: "Das ging durch die Decke. Nur wenige Tage nach der Ausstrahlung der Folge kamen mir Menschen auf der Straße entgegen und zeigten den Vulkanier-Gruß. Das passiert bis heute, fast 50 Jahre später."

Medienschaffende trauern

Als US-Moderationslegende Larry King von dem Tod Nimoys erfuhr, schrieb er auf Twitter: "Er hat eine Rolle geschaffen, die niemand anderes ausfüllen konnte. Vielseitig talentierter Autor, Schauspieler und Regisseur, ein großartiger, warmherziger Mann, Ruhe in Frieden." Captain Kirk-Darsteller William Shattner schrieb, er habe ihn wie einen Bruder geliebt.

William Shatner @WilliamShatner
"I loved him like a brother. We will all miss his humor, his talent, and his capacity to love." -William Shatner http://t.co/U8ZN98tVYp



Auch die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA meldete sich: "Viele hier bei der NASA wurden durch "Star Trek" inspiriert". Schauspiel-Kollege George Takei schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Heute hat die Welt einen großen Mann verloren, und ich einen guten Freund. Wir geben Dich zu den Sternen zurück, Leonard. Von Dir haben wir 'Lebt lang und in Frieden' - und genau das hast du getan. Ich werde Dich aus vielen Gründen vermissen."

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Leonard Nimoy als Spock mit William Shatner als Captain James T. Kirk, Commander des Raumschiffes Enterprise. Auch nach dem Ende ihrer Karriere traten sie noch gemeinsam auf.

Fotograf, Dichter, Regisseur

Auch wenn Spock die Rolle seines Lebens war, Nimoy war auch nach dem Ende von Star Trek ein erfolgreicher Schauspieler und Regisseur. Er nahm sogar Popalben auf, die von der Kritik verrissen wurden. Mit 40 machte er einen Magister in Spanisch. Er schrieb Gedichte und betätigte sich als Fotograf, sammelte Kunst. 2014 gab der zweifache Vater bekannt, an einer chronischen Lungenkrankheit zu leiden.

Bis zum Schluss war der 83-Jährige auf Twitter aktiv. Seine letzte Nachricht setzte er am Montag ab: "Das Leben ist wie ein Garten. Man kann perfekte Augenblicke erleben, aber niemals festhalten. Außer in der Erinnerung." Er schloss seine Nachricht mit der bekannten Vulkanier-Grußformel "Lebt lang und in Frieden". Leonard Nimoy starb nun in seinem Zuhause in Los Angeles.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Februar 2015 um 20:00 Uhr.

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