Taylor Swift überreicht Kanye West eine Auszeichnung für sein Lebenswerk | Bildquelle: REUTERS

"MTV Video Music Awards" Swift-Show und eine Präsidentschaftskandidatur

Stand: 31.08.2015 08:52 Uhr

Die "MTV Video Music Awards" sind ein verlässlicher Skandal-Lieferant. Bei der Preisverleihung stehen die Eskapaden der Stars mehr im Fokus als ihr Gesang. Dieses Mal sorgten Taylor Swift und ein kommender Präsidentschaftskandidat für Aufregung.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Es war ein Abend der kleinen Fehden und der großen Versöhnung - dabei gerieten die Preise fast schon ins Hintertreffen - zumal Taylor Swift da im Moment ohnehin eine Art Abo zu haben scheint. Los ging es mit Nicki Minaj im Duett mit Swift und dem Song "Bad Blood".

Dazu muss man wissen, dass sich die zwei vor kurzem eine kleine Twitter-Fehde geliefert haben, als Minaj sich beschwerte, bei MTV würden ja nur "dünne Mädchen" für das beste Video nominiert. Die beiden beendeten ihren Auftritt aber mit einer Umarmung - also kein "bad blood", kein böses Blut mehr zwischen ihnen.

Später aber übergab Minaj an Moderatorin Miley Cyrus - und nannte sie mal eben vor Millionen Zuschauern eine "Schlampe". Dabei ging es wiederum um ein Interview, in dem Cyrus Minaj kritisiert hatte - doch die Moderatorin nahm es gelassen: Man wisse ja, wie solche Interviews manipuliert würden.

Taylor Swift und Nicki Minaj umarmen sich auf der Bühne | Bildquelle: AP
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Versöhnung nach dem Streit: Taylor Swift und Nicki Minaj

Abräumerin: Taylor Swift

Doch nach den Streitereien ging es auch um Musik: Swifts "Bad Blood" ist Video des Jahres, und "Blank Space", auch von Swift, bestes Pop-Video und bestes Video einer Künstlerin.

Bruno Mars (l) und Mark Ronson | Bildquelle: AP
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Bruno Mars (l) und Mark Ronson wurden für das Video zu ihrem Song "Uptown Funk" ausgezeichnet.

Als bester männlicher Künstler wurde Mark Ronson gemeinsam mit Bruno Mars ausgezeichnet - für das Video zum Song "Uptown Funk". Und nach Meinung von MTV ist "Anaconda" von Nicki Minaj das beste Hip-Hop-Video des Jahres.

Im Show-Teil sorgte Justin Bieber bei seinen Fans für Gänsehaut: Bei seinem ersten VMA-Auftritt seit fünf Jahren hob er, nur von Drahtseilen gehalten, zum Schweben über der Bühne ab und kauerte sich anschließend hin, den Kopf in die Hand gestützt und offenbar ganz ergriffen und den Tränen nah.

Kanye West will US-Präsident werden

Der schrägste Moment war aber sicher die Dankesrede von Kanye West. Zur Erinnerung: Der war vor sechs Jahren bei den Video Music Awards unangenehmen aufgefallen, weil er Taylor Swift des Mikro weggerissen hatte und sagte, statt ihr hätte eigentlich Beyonce den Preis für das beste Video verdient.

Taylor Swift überreicht Kanye West eine Auszeichnung für sein Lebenswerk | Bildquelle: REUTERS
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Erst die Auszeichnung, dann eine sonderbare Kandidatur: Kanye West.

Nun überreichte ihm ausgerechnet Swift die Auszeichnung für sein Lebenswerk - gewohnt artig und mit dem Bekenntnis, sie sei ja schon ewig ein Fan von ihm.

West bekam erst zwei Minuten stehenden Applaus, dann hielt er eine der wohl wirrsten Reden in der Geschichte dieser Videopreise: Irgendwie tut ihm wohl leid, was er damals gemacht hat, aber offenbar vor allem, weil er dafür so oft kritisiert wird - zum Beispiel von 60.000 Leuten die ihn ausbuhen, wenn er ein Baseball-Spiel besucht. Und falls sich das jetzt jemand frage: Ja, er habe gerade was geraucht, um sich die Nervosität zu nehmen. Der krönende Abschluss aber war seine Ankündigung, dass er 2020 für das Amt des US-Präsidenten kandidieren wolle.

Miley Cyrus in drei unterschiedlichen Outfits | Bildquelle: AP/REUTERS
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Moderatorin Miley Cyrus wechselte während der Awards ständig ihre Garderobe

Cyrus fast schon brav

Da blieb selbst Swift der Mund offen stehen - auch wenn sie höflich applaudierte. Verglichen damit war Moderatorin Cyrus fast schon brav: Sie hatte in den vorigen Jahren für ein paar Skandälchen gesorgt, doch diesmal beließ sie es bei einigen Kraftausdrücken und ständig wechselnden Garderoben, die mehr ent- als verhüllten. Aber das war bei ihr ja eigentlich nicht anders zu erwarten.

Taylor Swifts "Bad Blood" ist Video des Jahres
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
31.08.2015 08:55 Uhr

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