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[Bildunterschrift: Szene aus "Idomeneo" an der deutschen Oper Berlin. (Probenfoto vom 11.03.2003) ]
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat sich für eine Wiederaufnahme der Mozart-Oper "Idomeneo" an der Deutschen Oper Berlin ausgesprochen. Die Teilnehmer der Islam-Konferenz würden sich freuen, wenn die Deutsche Oper bald eine Möglichkeit sähe, die Oper wieder aufzuführen, sagte Schäuble nach der Konferenz in Berlin. Er fügte hinzu, die Konferenzteilnehmer würden die Aufführung der Oper gern gemeinsam besuchen.
Die Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, hatte die Inszenierung von Regisseur Hans Neuenfels überraschend aus Angst vor islamistischen Protesten und Anschlägen vom Spielplan im November genommen. In Neuenfels' Schlussszene trägt die Hauptfigur Idomeneo die abgetrennten Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed auf die Bühne.
[Bildunterschrift: Die Deutsche Oper in Berlin ]
Der Sprecher der Deutschen Oper, Alexander Busche, sagte gegenüber tagesschau.de, der Wunsch Schäubles und der anderen Konferenzteilnehmer werde vorerst nichts an der Entscheidung ändern.
Im übrigen fühle sich die Deutsche Oper selbst von der Polizei "allein gelassen". Die Intendantin habe von den Berliner Sicherheitsbehörden keinerlei Hilfestellung bekommen, sagte Busche. Er schloss eine baldige Wiederaufnahme der Inszenierung des Regisseurs Hans Neuenfels nicht aus. "Wenn wir die entsprechenden Sicherheitsgarantien bekommen, dann wollen wir ernsthaft überlegen, ob wir die Inszenierung wieder aufnehmen", sagte er. Trotz einer Gefährdungsanalyse sei das Opernhaus und die Intendantin von den Sicherheitsbehörden "allein gelassen" worden. Sie sei keine Sicherheitsexpertin und könne daher auch nicht die wahre Bedrohung ermessen.
Der Hinweis auf eine mögliche Gefährdung der "Idomeneo"-Inszenierung kam offenbar aus dem Ausland. Eine anonyme Anruferin habe sich im Juni bei der Bundespolizei gemeldet und auf Flugblätter hingewiesen, auf denen gegen die umstrittene Schlussszene der Oper agitiert worden sei, meldet die Agentur ddp unter Berufung auf die Berliner Polizei. Nach den Erfahrungen mit dem Karikaturenstreit sei daraus gefolgert worden, dass eine Gefährdung entstehen könne.
Es habe auch Kontakt zwischen dem Landeskriminalamt und den Dramaturgen der Oper gegeben. Dabei sei es um Werbeplakate für die Aufführung gegangen, auf denen die Szene mit den abgeschlagenen Köpfen hatte abgebildet werden sollen.
Der Berufsverband bildender Künstler (BKK) und der Intendant der Hallenser Oper, Klaus Froboese, forderten Harms wegen ihrer Entscheidung auf, von ihrem Amt zurückzutreten. Ihr Verhalten sei "unprofessionell und deutet auf ein lausiges Management hin", sagte Froboese. Eine baldige Wiederaufnahme der umstrittenen Inszenierung halte er aber nicht für sinnvoll. Mit Verweis auf die im Grundgesetz verankerte Freiheit der Kunst verlangte auch der BKK-Vorsitzende Herbert Mondry, dass Harms ihren Stuhl räumt.
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