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29.05.2012

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Kultur
Regisseur Thomas Langhoff ist tot
Ein Leben für das Theater

Regisseur Thomas Langhoff ist tot

Thomas Langhoff ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das teilte das Berliner Ensemble mit, das zuletzt seine künstlerische Heimat war. Er war einer der bedeutendsten deutschen Theaterregisseure. Langhoff war mehr als vier Jahrzehnte lang als Regisseur erfolgreich, vor allem in Berlin, wo er von 1991 bis 2001 das Deutsche Theater - das frühere Staatstheater der DDR - leitete.

Thomas Langhoff (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Theaterregisseur Thomas Langhoff starb im Alter von 73 Jahren. ]
Langhoff wurde 1938 als Sohn des Theaterleiters Wolfgang Langhoff in Zürich geboren. Die Familie war auf der Flucht vor den politischen Verhältnissen in die Schweiz ausgewandert und kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Ost-Berlin zurück. Dort führte sie ein großbürgerliches, privilegiertes Leben. Sie wohnte in einer Villa, Nachbarn waren Bertolt Brecht und Helene Weigel. Die Familie war befreundet mit Künstlergrößen wie Anna Seghers, Hanns Eisler oder dem Kulturminister Johannes R. Becher. Auch Langhoffs Bruder und seine zwei Söhne zog es ans Theater.

Auch Schauspieler und TV-Regisseur

Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler an der Theaterhochschule Leipzig begann Thomas Langhoff seine Bühnenlaufbahn am Hans Otto Theater in Potsdam. Seit 1971 arbeitete er als Schauspieler und Regisseur beim DDR-Fernsehen. Seine Regiearbeiten für das Theater führten ihn mit Gastinszenierungen im Laufe seiner Karriere nach Frankfurt am Main, Hamburg, München und Wien.

Berühmt wurde Langhoff durch seine Inszenierungen von klassischen Stücken von William Shakespeare, Friedrich Schiller, Gerhart Hauptmann oder Heinrich von Kleist. Er erhielt für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen. Zur DDR-Zeit machte er mit Inszenierungen auf sich aufmerksam, die versteckt Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen übten. Aufsehen erregte zum Beispiel Langhoffs Inszenierung des Volker-Braun-Stücks "Übergangsgesellschaft" am Maxim-Gorki-Theater, das auf der Bühne das Ende der DDR vorwegnahm.

Förderer eines jungen Theaters

Das Deutsche Theater führte Langhoff während seiner Intendanz mit einem der renommiertesten Schauspiel-Ensembles der DDR nach der Wiedervereinigung durch schwierige Zeiten in die Zukunft. Er förderte auch das junge Theater, indem er ihm zum Beispiel einen eigenen Raum in einer benachbarten Baracke gab.

Am Tag seines Todes stand am Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm Langhoffs Inszenierung des Stückes "Kirschgarten" von Anton Tschechow auf dem Spielplan.

Stand: 19.02.2012 12:59 Uhr

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