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Einbruch in Kunsthalle von Rotterdam
Gemälde von Picasso, Matisse und Monet gestohlen
Spektakulärer Kunstraub in Rotterdam: Aus der Kunsthalle der niederländischen Stadt sind sieben Meisterwerke gestohlen worden - darunter Bilder von Picasso, Monet und Matisse. Der Wert der geraubten Gemälde ist unschätzbar, auf dem freien Markt sind sie kaum verkäuflich.
Von Ludger Kazmierczak, WDR-Hörfunkstudio Den Haag
Zwei Haken ragen aus der grauen Ausstellungswand - an einem baumelt ein gekappter Bilderdraht. Der Scheinwerfer beleuchtet einen leeren Fleck. Bis gestern hing hier "Das lesende Mädchen", ein Gemälde von Henri Matisse aus dem Jahre 1919. Das Werk gehört zur bekannten Triton-Sammlung, die seit dem 7. Oktober in der Kunsthalle Rotterdam in einer besonderen Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen des Hauses zu sehen ist.
Wim van Krimpen ist ehemaliger Direktor des Museums und kennt die Kollektion: "Das ist eine Privatsammlung von Willem und Marijke de Cordia. Echte Liebhaber, die diese Sammlung innerhalb von 20 Jahren zusammengetragen haben. Sie haben die ganze Welt bereist, um diese einzigartige Kollektion aufzubauen."
Spektakulärer Kunstraub in Rotterdam
L. Kazmierczak, WDR Den Haag
16.10.2012 14:45 Uhr
"Auf dem Kunstmarkt nicht verkäuflich"
Sieben Bilder sind nun verschwunden, darunter Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Claude Monet, Paul Gauguin, Lucian Freud und Meyer de Haan, so die Polizei. Die Sammlung avantgardistischer Kunst umfasste außerdem Bilder von Salvador Dali, Vincent van Gogh, Piet Mondrian und Andy Warhol. "Auf dem Kunstmarkt können Sie solche Gemälde überhaupt nicht anbieten", erklärt van Krimpen. "Und dann sind wir wieder bei den abenteuerlichen Geschichten über reiche Kunstsammler in der Wüste oder in der Mongolei und Auftragsdiebstähle. Es handelt sich hier um eine Millionen-Kollektion. Nicht wenige dieser Bilder sind allein schon Millionen wert."
Gegen drei Uhr in der vergangenen Nacht erhielt die Polizei von einem Sicherheitsdienst die Information über eine Alarmmeldung in der Kunsthalle. Als die Beamten eintrafen, waren die Täter bereits auf und davon. Wie sie in das Museum kommen konnten, sei noch unklar, so Polizeisprecher Roland Ekkers: "Die Polizei untersucht zur Zeit das Gebäude mit seinen verschiedenen Ausstellungssälen. Und die Kollegen werden sicher dahinter kommen, welchen Weg die Einbrecher genommen haben." Die Ermittlungen dauern an. Und so lange hüllen sich das Museum und die Behörden in Schweigen. Die Kunsthalle Rotterdam bleibt heute geschlossen.
Spektakulärer Kunstraub in Rotterdam
Tagesthemen 21:35 Uhr, 16.10.2012, Marion von Haaren, ARD Brüssel
Stand: 16.10.2012 14:46 Uhr
