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Der Kabarettist Georg Kreisler ist tot. Der Texter, Musiker und Satiriker starb im Alter von 89 Jahren in einem Krankenhaus in Salzburg an einer schweren Infektion. Das bestätigte seine Frau Barbara Peters gegenüber mehreren Medien. "Ich war die ganze Nacht bei ihm. Am Morgen ist er gestorben", sagte Peters.
[Bildunterschrift: Georg Kreisler (1922 - 2011) ]
Kreisler wurde am 18. Juli 1922 in Wien als Sohn des jüdischen Rechtsanwalts Dr. Siegfried Kreisler geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums bis zur sechsten Klasse begann er mit dem Berufswunsch Dirigent ein Musikstudium am Wiener Konservatorium (Klavier, Geige, Musiktheorie). Er emigrierte mit den Eltern 1938 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in die USA und setzte hier die Musikstudien an der University of Southern California in Los Angeles fort. Seit 1943 war er amerikanischer Staatsbürger.
1955 brachte Kreisler bei seiner Rückkehr nach Wien jenes Gefühl für skurrile Reime mit, die im Englischen Tradition haben, und verband sie mit den Überlieferungen des durch den Nationalsozialismus weitgehend ausgerotteten Wiener jüdischen Kabaretts.
1975 zog Kreisler nach Berlin, wo er mit seiner Lebenspartnerin Barbara Peters bis 1991 im Theater "Die Wühlmäuse" auftrat. Seit den 1980er-Jahren verlegte er sein künstlerisches Wirken auf das Schreiben und veröffentlichte mehrere Romane. Mit Peters, die seine vierte Frau wurde, zog der selbst ernannte "Heimatlose" 1992 nach Basel um, wo er sich unter anderem für eine eigenständige Schweiz und gegen deren EU-Beitritt engagierte.
Ab 1998 kündigte der "Großmeister des Musikkabaretts" ("Süddeutsche Zeitung") bei verschiedenen Auftritten seinen "unwiderruflichen" Abschied von der Bühne an - um dann doch mit den "alten bösen" Liedern wieder auf Tournee zu gehen. Kreisler war noch in den vergangenen Monaten mit seiner Frau auf Lesereise. Er begeisterte sein Publikum mit Spontanität, scharfer Beobachtung und bissigem Witz.
Kreisler verfasste Gedichte und Lieder, schrieb Hörspiele, Kabarettstücke, Theatertexte und Musicals wie die Komödie "Heut Abend: Lola Blau". Die Berliner Akademie der Künste übernahm 2007 sein Archiv. Im vergangenen Jahr erhielt er den Friedrich Hölderlin-Preis für sein Lebenswerk.
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