Max Hollein | Bildquelle: dpa

Hollein neuer Met-Chef Museumsdirektor ohne Standesdünkel

Stand: 11.04.2018 12:19 Uhr

Fast ein Jahr hatte das New Yorker Metropolitan Art Museum nach einem neuen Direktor gesucht. Nun steht fest: Der Österreicher Max Hollein - früher in Deutschland aktiv - übernimmt den Job.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Max Hollein fällt es nicht leicht, nach knapp zwei Jahren San Francisco den Rücken zu kehren. Dort leitete er die "Fine Arts Museen". Auch die Kinder seien nicht begeistert gewesen, schon wieder umziehen zu müssen. "Man muss natürlich sagen, wir sind nach San Francisco in eine der schönsten Städte der Welt gekommen. Auf englisch würde man aber sagen: New York ist not bad either", freut er sich trotzdem auf die neue Stadt.

Hollein hat in San Francisco innerhalb kurzer Zeit eine Menge bewegt. Dabei kam ihm zugute, dass er ein Direktor ohne Allüren oder Standesdünkel ist. Er hat vor allem frische Ideen mitgebracht.

"Das Angebot, Direktor des Met in New York zu werden, kann man nicht ablehnen. Es ist eine Aufgabe, die ungemein spannend und wichtig ist", sagt er über die Entscheidung, den neuen Job anzunehmen.

Metropolitan Museum of Art in New York (Archivbild 2013) | Bildquelle: picture alliance / abaca
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Holleins neuer Arbeitgeber: Das Metropolitan Museum of Art in New York (Archivbild 2013)

Führendes enzyklopädisches Museum

Reizvoll an dem Angebot aus New York sei vor allem gewesen, dass das Met das führende enzyklopädische Museum der Welt sei, das Wissen und Bildung vermittle. "Gerade enzyklopädische Museen sind in einem interessanten Moment in ihrer Existenz. Das hat mit der Globalisierung und dem Zugang zur Information zu tun. Dadurch entwickelt sich die Idee weiter", erklärt Hollein.

Viel Lob erhielt der ehemalige Direktor des Frankfurter Städel Museums in San Francisco für Ausstellungen wie "Summer of Love" über die 1968er oder "Teotihuacan: Stadt des Wassers, Stadt des Feuers" - eine Ausstellung über die antike mexikanische Stadt.

Mit Schau zum Präzisionismus begeistert

Zuletzt begeisterte der gebürtige Wiener mit einer Schau zum Präzisionismus. Das ist eine Kunstrichtung in den USA, die in den 1920er- und 1930er-Jahren ihren Höhepunkte hatte und die sich mit der industriellen Revolution auseinandersetzt. Gerade mit der noch bis zum Sommer laufenden Schau unter dem Titel "Cult of the Machine" ist es Hollein gelungen, die Welt der Kunst mit der Digital-Welt des Silicon Valley zusammenzubringen, das nur wenige Kilometer entfernt liegt.

So schön und reizvoll die Bay Area und San Francisco für Hollein waren, der nüchterne Vergleich der Zahlen fällt eindeutig aus: In San Francisco zählen die "Fine Arts Museen" im Jahr 1,7 Millionen Besucher bei einem Etat von 60 Millionen Dollar. In New York sind es sieben Millionen Besucher.

Eines der meistbesuchten Museen der Welt

Das Met gehört zu den meistbesuchten Museen der Welt und zeigt Kunst von der Antike bis zur Moderne. Der Etat in New York liegt bei 305 Millionen und das Haus hat 2200 Mitarbeiter.

Hollein ist sich der Verantwortung und Herausforderung bewusst: "Sie haben hier Mitarbeiter, die zu den allerbesten in ihrem Bereich in der Welt gehören. Es sind die besten Sammlungen in diesem Haus verbunden. Insofern ist eine prinzipielle Erwartungshaltung gegenüber dem Met, eine, wenn nicht die führende, Museums-Institution zu sein." Dass man das erfüllen müsse, sei nicht nur die Aufgabe des Direktors, sondern der gesamten Institution.

Max Hollein wird Leiter des New Yorker Metropolitan Museum of Art
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
11.04.2018 11:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 11. April 2018 um 08:17 Uhr.

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