"Tschick"-Autor Herrndorf gestorben

Trauer um Schriftsteller

"Tschick"-Autor Herrndorf gestorben

Wolfgang Herrndorf ist tot - nach einem langen Kampf gegen den Krebs. Seit 2010 litt er an einem unheilbaren Gehirntumor. In der vergangenen Nacht starb er nun in Berlin, wie der Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg mitteilte. Er wurde 48 Jahre alt.

Wolfgang Herrndorf (Bildquelle: picture-alliance/ dpa)
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"Tschick" wurde sein größter Erfolg. Der 48-jährige Wolfgang Herrndorf starb in der Nacht zum Dienstag.

Ausreißer-Geschichte in 24 Sprachen übersetzt

Der gebürtige Hamburger hatte 2010 mit seiner Ausreißer-Geschichte "Tschick" einen Überraschungserfolg gelandet. Inzwischen hat sich das Jugendbuch mehr als eine Million Mal verkauft und wurde in 24 Sprachen übersetzt.

Wolfgang Herrndorf im Alter von 48 Jahren gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 27.08.2013, Kirsten Breinig, RBB

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2012 erhielt Herrndorf für seinen Roman "Sand" den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse. Schon damals konnte er die Auszeichnung wegen seiner Krankheit nicht mehr persönlich entgegennehmen. Seinen Kampf gegen den Tumor dokumentierte er in seinem Internetblog "Arbeit und Struktur". Das Blog ist derzeit offline. Offenbar ist es unter zu hoher Last zusammengebrochen. Es soll aber wieder online gestellt werden.

"Ich weiß, was das bedeutet"

In den letzten Einträgen in seinem Blog berichtete der Autor berührend, wie immer mehr seine Kräfte schwinden. "Beim Aufstehen am Morgen drei oder vier Meter rückwärts durchs Zimmer getaumelt und mit Kopf und Nacken gegen die Tischkante geknallt", schrieb er am 15. Juli. "Befund schlecht wie erwartet. Avastin ohne Wirkung, Glioblastom (bösartiger Hirntumor) beiderseits progressiv. Ende der Chemo. OP sinnlos. Ich weiß, was das bedeutet."

Screenshot des Blog von Wolfgang Herrndorf
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Ein Wort zum Abschied: Der letzte Eintrag im Blog von Wolfgang Herrndorf

Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte Herrndorf als begnadeten und fantasievollen Schriftsteller. "Sein Tod bedeutet für die Literaturlandschaft in Deutschland einen großen Verlust." Der Berliner Theaterintendant Ulrich Khuon formulierte seine Trauer so: "Ihn zu lesen, hat immer zum Leben ermuntert", sagte der Leiter des Deutschen Theaters. Sein Tod sei "unglaublich traurig". Die "Titanic" würdigte ihn als "höchst genialen Zeichner und Illustrator". "Keiner konnte, was Herrndorf konnte. Wir trauern."

Stand: 27.08.2013 18:29 Uhr

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