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ZDF trennt sich von Moderatorin Heidenreich
ZDF trennt sich von Moderatorin

Heidenreich liest nicht mehr

Die kritischen Äußerungen über ihren Sender haben für Elke Heidenreich Konsequenzen. Das ZDF trennt sich mit sofortiger Wirkung von der Moderatorin. Zwei noch für 2008 geplante Ausgaben des Literaturmagazins "Lesen!" werden nicht mehr produziert.

"Mit ihren Äußerungen hat Frau Heidenreich die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen und das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich in nicht mehr hinzunehmender Weise öffentlich herabgesetzt", erklärte Programmdirektor Thomas Bellut. Das Vertrauensverhältnis zwischen dem ZDF und Heidenreich sei dadurch so zerstört, dass eine "gedeihliche und sinnvolle Zusammenarbeit" nicht mehr möglich sei.

Heidenreichs Vertrag beim ZDF lief sowieso zum Jahresende aus. Der Sender arbeitet nach eigenen Angaben an einem Nachfolgeformat für die Sendung "Lesen!".

Elke Heidenreich: Lesen für den Bambi (Foto: dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: 2003 freute sich Elke Heidenreich noch auf der Bambi-Gala. Nun setzt sie das ZDF vor die Tür. ]

"Jämmerlich, verblödet und lächerlich"

Nachdem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki den Deutschen Fernsehpreis auf der Bühne abgelehnt und damit einen Eklat ausgelöst hatte, schloss sich Heidenreich seiner Kritik am Fernsehen an. In mehreren Interviews und Artikeln bezeichnete sie das deutsche Fernsehen als "jämmerlich", "verblödet" und "lächerlich".

Über das ZDF sagte sie: "Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten." Anschließend hatte sie auch ihren ZDF-Kollegen Thomas Gottschalk kritisiert.

Audio: Heidenreich kritisiert das deutsche Fernsehen

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AudioAudio: Heidenreich kritisiert das deutsche Fernsehen
 23.10.2008 12:45 | 7'43
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Reich-Ranicki nimmt Gottschalk in Schutz

Reich-Ranicki kommentierte Heidenreichs Rauswurf als "naheliegend". Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Sie hat gesagt: Ich schäme mich, dass ich für diesen Sender arbeite. Aber dann musste man ihr sagen: ,Adieu, Sie brauchen sich nicht mehr zu schämen.'" Heidenreichs Äußerungen seien für das ZDF "schwer akzeptabel" gewesen.

Streitbarer Kritiker: Marcel Reich-Ranicki (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Auslöser des Streits: Reich-Ranickis (r.) Rede bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises. Jetzt sind sie Duz-Freunde. ]
Reich-Ranicki hatte sich bereits vorher von ihr distanziert, nachdem Fernsehpreis-Moderator Thomas Gottschalk eine Einladung zu ihrer "Lesen!"-Sendung am 5. Dezember abgesagt hatte. Heidenreich hatte ihn darauf in der Illustrierten "Bunte" so kritisiert: "Ich finde nicht, dass er nach all diesen Jahren noch ein guter Moderator ist." Gottschalk sei ein "müder alten Mann".

Daraufhin nahm Reich-Ranicki Gottschalk, dem er noch am Fernsehpreis-Abend das "Du" angeboten hatte, in Schutz: "Thomas als dumm hinzustellen ist eine Unverschämtheit. Elke hat sich miserabel benommen. Sie hat noch intrigiert. Sie wollte, dass man Thomas meine Laudatio wegnimmt, um sie selbst zu halten", sagte er der "Bunten".

Stand: 23.10.2008 16:15 Uhr

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