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Eine Plastik des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti hat den Weltrekord für ein Kunstwerk bei einer Auktion gebrochen: Die lebensgroße Bronzeplastik eines schreitenden Mannes erzielte bei einer Versteigerung bei Sotheby's in London einen Preis von 65 Millionen Pfund. Das sind umgerechnet rund 74 Millionen Euro.
[Bildunterschrift: Erzielte einen Rekordpreis: Giacomettis Bronzeplastik "Schreitender Mann" ]
Mehrere Bieter lieferten sich ein Gefecht um die Giacometti-Skulptur, die einen Schätzpreis zwischen zwölf und 18 Millionen Pfund hatte. Nach nur acht Minuten war der hohe Preis erreicht. Den Zuschlag erhielt schließlich ein anonymer Telefonbieter. Der Kunstmarkt-Experte Henry Lydiate geht davon aus, dass das Werk nicht an eine öffentliche Sammlung ging sondern an eine Privatperson.
Der "Schreitende Mann" zählt zu den wichtigsten Werken des Künstlers, der für seine dünnen Plastiken bekannt ist. Die 183 Zentimeter große Skulptur aus dem Jahr 1961 war Anfang der 80er Jahre von der Dresdner Bank erworben worden. Die letzte Giacometti-Skulptur vergleichbarer Größe war vor 20 Jahren für umgerechnet 4,9 Millionen Euro versteigert worden.
Der exakte Preis für den "Schreitenden Mann" lag bei 65 001 250 Pfund. "Das macht es zum teuersten Kunstwerk, das bei einer Auktion jemals versteigert wurde", sagte die Sotheby's-Sprecherin. Allerdings nur knapp: Nach dem Umrechnungskurs, den Sotheby's nach eigenen Angaben zugrunde legte, waren das 104 327 006 Dollar. Bisher hielt Pablo Picasso für das Gemälde "Junge mit Pfeife" den Auktionsrekord. Dieses wurde 2004 in New York für 104 168 000 Dollar versteigert. Andere Bilder würden jedoch privat schon teurer verkauft, so zum Beispiel 2006 ein Jackson Pollock für 140 Millionen Dollar.
Bei der Auktion von Impressionisten und Künstlern der Moderne in London wechselte zudem ein lange verschollenes Gemälde von Gustav Klimt für knapp 27 Millionen Pfund den Besitzer. "Kirche in Cassone - Landschaft mit Zypressen" übertraf dabei ebenfalls die Erwartungen: Es hatte einen Schätzwert zwischen zwölf und 18 Millionen Pfund. Das Landschaftsgemälde war in Wien während der Nazi-Herrschaft verschwunden und erst Jahrzehnte später wieder aufgetaucht.
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