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Filmfestspiele in Venedig

Goldener Löwe für Drama aus Südkorea

Bei den Filmfestspielen in Venedig ist das südkoreanische Drama "Pieta" mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Die Jury entschied sich für den gesellschaftkritischen Gangsterfilm von Regisseur Kim Ki-duk. Das Sektendrama "The Master" von US-Regisseur Paul Thomas erhielt zwei Silberne Löwen.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Regisseur Kim Ki-duk bekam diesmal den Goldenen Löwen.
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Regisseur Kim Ki-duk bekam diesmal den Goldenen Löwen.

Das Original steht in Rom. Im Petersdom. Es ist die weltberühmte Pietà von Michelangelo: die Mutter Gottes mit dem toten Sohn in ihren Armen. Davon ließ sich der Südkoreaner Kim Ki-Duk inspirieren und schuf seine Pietà: ein junger Mann, ein Wucherer und Schuldeneintreiber tut nahezu alles, um wieder an sein Geld zu kommen und trifft eines Tages auf eine Frau, die behauptet seine Mutter zu sein.

Das ist die Wende im Leben dieses fleischgewordenen Ekelpakets. Er krempelt sein Leben um, in dem es bisher nur um Geld und Macht ging. Der 51-jährige Regisseur versteht seine Pietà als radikale Kapitalismuskritik: "Ich habe diesen Titel gewählt, weil wir in der Welt heute mehr Pietà, mehr Mitleid brauchen denn je." Die Jury in Venedig um US-Regisseur Michael Mann honorierte das mit dem Goldenen Löwen.

Trostpreise für Paul Andersons Sekten-Drama

Für den Favoriten bei dieser 69. Ausgabe der Filmfestspiele auf dem Lido gab es feine Trostpreise: Regisseur Paul Thomas Anderson bekam für sein Sektendrama "The Master" den Silbernen Löwen für die Regie. Die beiden Hauptdarsteller Joaquín Phoenix und Philip Seymour Hoffman teilten sich die Auszeichnung für den besten Schauspieler. Phoenix spielt den alkoholkranken Weltkriegs-Veteranen Freddie, dessen Leben durch ein Treffen mit einem selbsternannten Prediger - gespielt von Hoffman - völlig aus den Fugen gerät. Das klingt nach Scientology, der Film wurde von der Vita des Sekten-Gründers Ron Hubbard inspiriert.

Um religiösen Wahn geht es auch in der deutsch-österreichisch-französischen Produktion "Paradies: Glaube" des Österreichers Ulrich Seidl. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die sich auf extreme und bizarre Weise ihrem katholischen Glauben hingibt. Der Film bekam den Spezialpreis der Jury - und das, obwohl oder gerade weil er in Italien der Blasphemie bezichtigt wurde.

Stand: 09.09.2012 00:05 Uhr

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