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50 Jahre ist er alt - und noch so frisch wie am ersten Tag: Der kleine Nick, eine gemeinsame Erfindung des Autoren Vater René Goscinny und des Zeichner Sempé. Zum Jubiläum des Kinderbuchklassikers gibt es eine Ausstellung, einen Film und ein Buch mit bisher unveröffentlichten Geschichten.
Von Angela Ulrich, SR-Hörfunkstudio Paris
[Bildunterschrift: Der kleine Nick - neu gezeichnet zum 50-jährigen Jubliläum ]
Da steht er und grinst fröhlich vom neuen Buchumschlag. Ein Knirps mit Segelohren, in Knickerbockern, Krawatte und rotem Pullunder, die Hände in den Hosentaschen, die Nase frech gen Himmel gereckt: der kleine Nick. 50 Jahre hat der Schelm auf dem Buckel, aber das sieht man ihm nicht an: "Wenn ich ihn mir so anschaue, dann ist er nicht gealtert. Er hat an Größe gewonnen, ist vielleicht melancholischer, aber auf jeden Fall reifer geworden. Und von ewiger Aktualität, zeitlos", meint Anne Goscinny, Tochter des Autoren René Goscinny.
Sie hält eins der neuen Bücher in den Händen: "Le Petit Nicolas", wie er in Frankreich heißt, "und der Ballon". Pünktlich zum 50. Jubiläum erscheinen zehn bisher unveröffentlichte Geschichten des kleinen Nick und seiner Freunde. Annes Vater hat sich diese Abenteuer ausgedacht. Auch Asterix, Lucky Luke oder Isnogud stammen aus Goscinnys spitzer Feder.
Der Vater ist seit mehr als 30 Jahren tot - die Tochter verwaltet den Nachlass: "Mein Vater war gut organisiert und hat alles geordnet. Ich habe die Geschichten schlicht in einem bisher verschlossenen Karton gefunden. Das hat mich sehr bewegt. Und dass jetzt, 50 Jahre später, Jean-Jacques Sempé den kleinen Nick neu gezeichnet hat, in Farbe, das ist ganz zauberhaft!"
[Bildunterschrift: Der kleine Nick - seit 50 Jahren unterwegs in allen Weltsprachen ]
Auch eine Zeichentrickserie und einen Film wird es im Herbst über den kleinen Nick geben, mit seinen Freunden Otto und Franz, mit Chlodwig, Georg und Adalbert, dem Klassenersten. Sie raufen und balgen, sie sind alle ein bisschen in ihre Lehrerin verliebt. Sie kennen weder Computer noch Handy und stromern durch ihre kleine Stadt. 1959 ist die erste Nick-Geschichte erschienen. Die Abenteuer sind zu Kinderbuchklassikern geworden, in Frankreich wie in Deutschland, übersetzt in 30 Sprachen.
Dabei sind die Geschichten eigentlich gar nicht kindgerecht erzählt, sagt Anne Goscinny und lacht: "Die Sprache ist sehr künstlich. So spricht niemand, weder Kinder noch Große. Für mich ist die Welt des kleinen Nick sowieso eher die der Erwachsenen, jedoch mit Erlebnissen und Worten der Kinder!"
[Bildunterschrift: Präsident Sarkozy, der neue "petit Nicolas", mit seiner Frau Carla Bruni ]
Die schmale, braunhaarige Frau sitzt inmitten von Erinnerungen in ihrer Pariser Wohnung im feinen 16. Arrondissement: Zeichnungen von Jean-Jacques Sempé, der den kleinen Nick bebildert hat. Asterix-Figuren des Vaters, Lucky-Luke Requisiten. Nur einige Hundert Meter Luftlinie entfernt wohnt eine bei Carla Bruni, den sie in Frankreich auch oft "Le Petit Nicolas" nennen - ihr Ehemann, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy. Die Parallele stört Anne Goscinny nicht: "Ich kenne den Präsidenten nicht gut, aber er muss brillant sein und sehr witzig. Sonst wäre er nicht in solch ein Amt gekommen. Er ist würdig, diesen Namen zu tragen!"
Viele Erinnerungen hat Anne Goscinny jetzt an das Pariser Rathaus ausgeliehen, wo die erste eigene Ausstellung über den kleinen Nick und seine Freunde zu sehen ist. Die Schreibmaschine ihres Vaters oder auch Aquarellfarben von Zeichner Sempé. Matthieu montiert dort die letzten Bilderrahmen vor der Eröffnung: "Die Ausstellungsmacher haben Tafeln aufgehängt wie in der Schule. Daran bringen wir Zeichnungen des kleinen Nick an. Die Vitrinen hier erinnern an Schultische. Darin ist viel Persönliches von Goscinny und Sempé."
Matthieu ist Mitte 40, liest seinen Kindern oft Geschichten vom kleinen Nick vor und ist Fan, wie so viele Franzosen: "Man identifiziert sich sofort mit den kleinen Persönlichkeiten. Bei ihnen ist immer etwas los. Der kleine Nick ist ein Schelm durch und durch - das bleibt aktuell!"
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