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29.05.2012

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Kultur
Christa Wolf (Archivbild 2009) (Foto: picture-alliance/ dpa)
Schriftstellerin Christa Wolf gestorben
Trauer um eine große Schriftstellerin

Christa Wolf ist tot

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist tot. Sie sei am Donnerstag in Berlin gestorben, teilte der Suhrkamp Verlag mit. Wolf wurde 82 Jahre alt. Sie galt als eine der wichtigsten deutschen Autorinnen der Nachkriegszeit. Ihr Werk war eng mit der DDR verknüpft. Ihre Wirkung reichte aber weit darüber hinaus.

Wolf wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Georg-Büchner-Preis, der Thomas-Mann-Preis und der Uwe-Johnson-Preis. 2002 erhielt sie den Deutschen Bücherpreis für ihr Lebenswerk, weil sie sich nach Ansicht der Jury "mutig in die großen Debatten der DDR und des wiedervereinigten Deutschland eingemischt" hatte.

Zu Wolfs bekanntesten Werken zählen der Roman "Der geteilte Himmel" von 1963, die Erzählung "Nachdenken über Christa T." aus dem Jahr 1968 und die Erzählung "Kassandra" (1983). Weitere bedeutende Veröffentlichungen sind der Roman "Kindheitsmuster" von 1976 und die Erzählung "Kein Ort. Nirgends" aus dem Jahr 1979. Ihr letzter Roman "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud" erschien im Sommer 2010.

"Große Hoffnungen und Irrtümer"

Zitat:

"Sie hat auf fast altmodische und doch immer aktuelle Weise an das Gute geglaubt und an die Verbesserungsfähigkeit des Menschen."
Quelle: Bundespräsident Wulff über Christa Wolf,

Bundespräsident Christian Wulff würdigte die verstorbene Schriftstellerin: "Ihre Literatur hat die Menschen in unserem Land bewegt und begeistert und zum Nachdenken gebracht", sagte Wulff in Berlin. In ihrer Literatur hätten sich "die großen Hoffnungen und Irrtümer, die Ängste und Sehnsüchte ganzer Generationen" widergespiegelt.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte: "Mit dem Tod von Christa Wolf verliert Deutschland eine der bedeutendsten gesamtdeutschen Autorinnen der Gegenwart." Außenminister Guido Westerwelle sagte, Wolfs "außergewöhnliches schriftstellerisches Schaffen wird auch nach ihrem Tod weiter wirken". Der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, sagte, kaum eine andere Autorin habe so sehr "als moralische Instanz der DDR-Leserschaft und zugleich als Identifikationsfigur einer großen Zahl westdeutscher Leserinnen und Leser" gegolten.

Umstrittene Rolle in der DDR

Wolf galt lange als Symbolfigur und moralische Instanz. Vor allem Kritiker aus Westdeutschland sahen in ihr aber auch eine Staatsautorin des SED-Regimes. Denn Wolf blieb der DDR und der SED trotz einer kritischen Distanz treu. 1976 war sie Mitinitiatorin des Protestes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann.

In der Wendezeit 1989/1990 trat Wolf zunächst aus der SED aus, setzte sich aber für eine weitere Existenz der DDR und eine demokratische Umgestaltung ein. Nach der Wiedervereinigung bekannte sie sich zu ihrer Vergangenheit als inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit. Später war sie aber selbst überwacht worden. Wolf veröffentlichte ihre Akten aus der Stasi-Unterlagenbehörde 1993 in dem dokumentarischen Buch "Akteneinsicht - Christa Wolf - Zerrspiegel und Dialog".

Stand: 01.12.2011 16:35 Uhr
 

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