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Einige schreiben, andere lesen. Was vor zehn Jahren als kleines Projekt begann, gilt heute als weltweit erfolgreichstes Nachschlagewerk im Internet. Die Idee zu Wikipedia stammt von Jimmy Wales aus Alabama. Es sei seine beste und dümmste gewesen, sagt der Ex-Börsenhändler.
Von Nicole Markwald, RBB-Hörfunkstudio Washington
Jimmy Wales ist bescheiden. Er sei doch nur der Typ aus Alabama, der irgendwann einmal gesagt hat: Hey, lasst uns was Tolles machen. Etwas schreiben und lesen - das wird cool!
[Bildunterschrift: Für ihn ist Wikipedia das "Rote Kreuz der Informationen": Jimmy Wales ]
Genau darum geht es bei Wikipedia: Einige schreiben, andere lesen. Was 2001 als kleine Idee begann, ist heute das weltweit bekannteste Online-Nachschlagewerk. Und Wikipedia-Mitbegründer Wales wurde 2006 vom "Time Magazine" zu einem der 100 einflussreichsten Männer der Welt gewählt.
Der ehemalige Börsenhändler sieht Wikipedia als "Rotes Kreuz für Informationen" - unabhängig und gemeinnützig: "Jeder darf Artikel verfassen - egal ob Laien oder Fachleute - und so am Internetlexikon mitarbeiten. Die englische Wikipedia-Ausgabe hat über drei Millionen Einträge. Dann folgt schon mit einer Million Artikeln die deutsche Version. Wikipedia ist damit das umfangreichste deutschsprachige Nachschlagewerk.
Das Herz von Wikipedia sitzt übrigens in San Francisco: Die Stiftung Wikimedia Foundation betreibt die Server, auf denen die Artikel gespeichert sind und regelt zudem alle rechtlichen und finanziellen Belange. Um Gewinnmaximierung geht es Wales dabei nicht: "Es geht nicht um Wettbewerb. Wir brauchen das Geld, um Wikipedia am Laufen zu halten und wir hoffen einfach, dass die Leute Wikipedia gerne nutzen."
Wie ein neureicher Internetmillionär wirkt der Mitt-Vierziger nicht. Stets lässt er sich einen leicht rötlich-grauen Strubbelbart stehen, ein Sakko sieht ebenso leger an ihm aus wie ein einfaches T-Shirt. Zwei Ehen hat Wales bereits hinter sich, er ist Vater einer Tochter.
Jimmy Wales, Spitzname Jimbo, wuchs im Süden in Alabama auf, sein Vater managte einen Supermarkt, Mutter und Großmutter führten eine kleine Privatschule, die Jimmy wie auch seine drei Geschwister besuchten. An der Universität studierte er Finanzwesen und verdiente anschließend gut als Derivatehändler an der Rohstoffbörse von Chicago. 1998 sattelte Wales um und gründete ein Internetsuchportal - das dabei erwirtschaftete Geld steckte er in Wikipedia, das er gemeinsam mit dem studierten Philosophen Larry Sanger 2001 auf den Weg brachte.
Das Konzept von kostenloser Information für alle hat Wales den Titel "Internetvisionär" eingebracht. Monat für Monat wird das Online-Lexikon mehr als 300 Millionen Mal angeklickt. Es ist die fünft-wichtigste Adresse im Netz - und Wales ist Wikipedia. Viele Tage im Jahr reist er um die Welt, um für sein Konzept "Von allen, für alle" zu werben. Kein Wunder, dass er bei seinem Arbeitspensum sagt: Wikipedia sei die beste und die dümmste Idee seines Lebens gewesen.
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