Emmanuel Macron | Bildquelle: AFP

Parlamentswahl in Frankreich Macron setzt auf Neulinge

Stand: 11.05.2017 18:39 Uhr

Auch bei der anstehenden Parlamentswahl will der künftige französische Präsident Macron für frischen Wind sorgen. Bei der Vorstellung der Kandidatenliste seiner neu gegründeten Partei fällt auf: Die meisten sind Politik-Neulinge.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Hörfunkstudio Paris

Es ging etwas schleppend los. Die Pressekonferenz der neu gegründeten Partei "La République en Marche" verzögerte sich um gut eineinhalb Stunden. Dann aber: "Danke, dass Sie da sind, und entschuldigen Sie bitte meine Verspätung", begrüßte Generalsekretär Richard Ferrand die Journalisten. Das Warten hat sich gelohnt. "La République en Marche", wie die Partei nach der Umbenennung nun heißt, setzt nahtlos fort, was der Präsident versprochen hat: eine Revolution, eine komplette Umwälzung der französischen Parteien- und Politikerlandschaft. "Der Grund, warum es 'En Marche' überhaupt gibt, liegt darin, dass wir das politische Leben komplett umbauen, für unser Land", erklärte Ferrand.

Richard Ferrand, Generalsekretär von Macrons "La République en Marche"-Partei, stellt die Kandidaten für die Parlamentswahl vor. | Bildquelle: AP
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"Wir bauen das politische Leben komplett um", versprach Richard Ferrand, Generalsekretär von Macrons Partei "La République en Marche" bei der Kandidatenvorstellung.

Viele Franzosen und viele Französinnen haben offenbar Lust bekommen, mit dem neuen Präsidenten Emmanuel Macron das Abenteuer Umwälzung zu wagen. Mehr als 19.000 Bewerber und Bewerberinnen schickten ihre Unterlagen an die Kommission, die titanisch arbeitete, um letztlich, nach strikter Prüfung und eingehenden Interviews, 428 Kandidaten und Kandidatinnen auszuwählen. "Von diesen Kandidaten sind 214 männlich und 214 weiblich. 52 Prozent von ihnen hat noch nie ein politisches Amt ausgeübt", sagte Ferrand. "Sie sehen, das Versprechen der Erneuerung ist gehalten."

Jüngster Kandidat ist 24 Jahre alt

93 Prozent der Kandidaten sind in einem Beschäftigungsverhältnis, zwei Prozent auf Arbeitssuche, vier Prozent sind Rentner und ein Prozent Studenten. Ihr Durchschnittsalter beträgt 46 Jahre und liegt damit deutlich unter dem der aktuellen Abgeordneten der Nationalversammlung - die sind im Schnitt 60: "Unser Jüngster ist 24, unser Ältester 72 Jahre alt", sagte Ferrand.

Das Ziel der "République en Marche" ist eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Damit hätte es Präsident Macron deutlich einfacher, seine Revolution für Frankreich umzusetzen. Seine Partei liegt nach Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Harris Interactive mit 29 Prozent in Führung vor den konservativen Republikanern und der rechtsextremen Front National, die jeweils auf 20 Prozent kommen.

"En Marche" stellt Kandidaten für Parlamentswahl vor
tagesschau 20:00 Uhr, 11.05.2017, Ellis Fröder, ARD Paris

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Auch für den heiklen Umgang mit dem ehemaligen sozialistischen Premierminister Manuel Valls fand die Kommission eine überaus salomonische Lösung. Valls, der dem neuen Präsidenten nicht immer besonders freundlich gesonnen war, hatte dennoch erklärt, für Macrons Partei antreten zu wollen. "Zu diesem Zeitpunkt haben wir beschlossen, in dem Wahlkreis von Manuel Valls keinen eigenen 'En Marche'-Kandidaten aufzustellen", erläuterte Ferrand die Strategie. "Wir stellen Manuel Valls auch nicht auf, aber er bekommt keinen Kandidaten von uns vor die Nase gesetzt."

Freie Plätze für konservative Überläufer

24 sozialistische Abgeordnete der Nationalversammlung befinden sich unter den 428 bislang bekannten Kandidaten, kein einziger der konservativen Republikaner. Die haben aber auch noch die Möglichkeit, sich der Präsidentenpartei anzuschließen. "Sie sagen mir jetzt sicher, Moment mal, 428 Kandidaten - da fehlen ja noch welche. Es gibt schließlich 577 Wahlkreise", bemerkte Ferrand süffisant. "Richtig. Wir haben noch nicht alle präsentiert, weil wir Raum und Zeit für diejenigen lassen, die sich noch nicht entschieden haben, damit die sich bis nächsten Mittwoch äußern können."

"La République en Marche" setzt ganz offensichtlich darauf, dass sich noch einige konservative Republikaner in Bewegung setzen und auf die Partei zugehen. Die Versuchung dürfte nach diesem fulminanten Auftritt nicht kleiner geworden sein.

"La République en Marche" wagt die Revolution
B. Kostolnik, ARD Paris
11.05.2017 19:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Mai 2017 um 19:00 Uhr.

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