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Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann die Linskpartei zwei Dinge nicht gebrauchen: Offene Querelen und eine Personaldebatte. Beide Probleme schleppt sie aber mit zur Klausur nach Rostock. Fraktionschef Gysi verordnet Zweckoptimismus.
Von Anita Fünffinger, BR, ARD-Hauptstadtstudio
[Bildunterschrift: "Jetzt erst recht": Linkspartei-Fraktionschef Gysi macht seiner Partei Mut. ]
Harmonie kann so schön sein - wenn sie vorhanden ist. Dabei wünscht sich der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi, doch nichts anderes. In Mecklenburg-Vorpommern stehen die Landtagswahlen vor der Tür - und noch hat Gysi die Hoffnung, das Ergebnis für die Linkspartei könnte ganz gut werden: "Die Umfragen, die wir jetzt gesehen haben, sind gut, aber es langt mir noch nicht. Ich möchte, dass es noch besser wird - und zwar nicht die Umfrage, sondern die Wahl und deshalb sage ich: Jetzt erst recht!"
Hätte da nicht schon wieder einmal jemand aus Berlin dazwischen gefunkt. Und zwar die Parteichefin Gesine Lötzsch höchstselbst. Die hatte den Wahlkämpfern vor Ort mit auf den Weg gegeben: Für Wahlergebnisse sind allein die Landesverbände verantwortlich. Das sagt diejenige, die mit Äußerungen zum Kommunismus, zum Mauerbau und zu Fidel Castro dafür sorgt, dass die Linkspartei wegen solcher Querelen in den Schlagzeilen ist, und nicht, weil sich die Menschen in Mecklenburg etwa mit dem Programm der Partei auseinandersetzen.
Spitzenkandidat Helmut Holter lässt sich seinen Ärger über solche Störfeuer nur leicht anmerken, will jetzt aber auch nicht vor versammelter Mannschaft über Lötzsch schimpfen. "Wir unterhalten uns mal dann darüber, wenn wir so erfolgreich abgeschlossen haben, wie viele dann zu diesem Erfolg beigetragen haben. Und dann werden wir uns darüber unterhalten, wenn wir nicht so erfolgreich abgeschlossen haben, wer dann dafür verantwortlich ist."
Gesine Lötzsch und Klaus Ernst - um die beiden geht es eigentlich bei dieser Klausur der Fraktion, auf der doch eigentlich die Themen für den nächsten Herbst abgesteckt werden sollten: Eurokrise, Pflegeversicherung, gute Arbeit. Aber das alles rückt in den Hintergrund, weil auch ausgerechnet Gysi jetzt noch einmal betonte, dass die beiden nicht auf ewig gewählt seien: "Ich glaube, dass sie demokratisch gewählt sind, und das sie es bis zum Ende der Legislaturperiode auch machen werden. Und, dass sie auch Gutes vollbracht haben, das muss ich auch sagen..."
Komplimente hören sich anders an, das steht fest. Klaus Ernst selbst ist nun in die Offensive gegangen. Er kann sich vorstellen, die nächsten Parteichefs per Mitgliederbefragung zu ermitteln. Also so ähnlich, wie es auch die SPD plant: "Das ist ja nun nicht die erste Partei, die sich überlegt, dass man die Mitglieder bei der Wahl des Führungspersonals mit einbezieht. Und das ist der Vorschlag, der ist ganz einfach und unmissverständlich."
Wenn auch nur alles andere auch so unmissverständlich wäre, denkt sich wohl Gesine Lötzsch, die nun endlich in den Tagungsraum gehen möchte und ihren Co-Parteichef schon am Ärmel zupft. Der aber antwortet noch auf die Frage, ob denn er dann auch antreten würde: "Das werden Sie zur richtigen Zeit hören, aber nicht jetzt." Und schon wird er fortgezogen, in den Raum, in dem die Bundestagsfraktion bereits auf sie wartet.
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