Kommentar

Plastikmüll im Ozean | Bildquelle: dpa

Meeresschutz-Konferenz Wieviel Dummheit verträgt ein Ozean?

Stand: 09.06.2017 19:11 Uhr

Inseln saufen ab, Korallen sterben, Meere verdrecken - und dennoch endet die erste UN-Ozeankonferenz mit bestenfalls guten Absichten und einer weichgespülten Erklärung. Ticken wir eigentlich noch ganz richtig?

Ein Kommentar von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Wieviel Dummheit verträgt diese Welt eigentlich? Oder gern auch umgekehrt: Wie viele brillante, nüchterne, intelligente, vernunftbegabte und sachlich argumentierende Menschen braucht es, um die Dummheit zu besiegen? Offenbar mehr als 5000 Teilnehmer einer Ozeankonferenz. Offenbar mehr als Dutzende Präsidenten und Staatschefs von Inselstaaten, die buchstäblich im Ozean absaufen werden. Offenbar mehr als 22 freiwillige Maßnahmen, zusammengeschrieben auf - sicher gut gemeintem - Recyclingpapier.

Toll, dass es diese Ozeankonferenz überhaupt gab. Man freut sich ja schon über Kleinigkeiten. Großartig, dass 150 Nationen über 1000 freiwillige Zusagen hinterlegt haben, wie sie konkret die Meere schützen wollen, die uns Leben schenken, Nahrung, Schönheit, Luft und den Namen: der blaue Planet.

#kurzerklärt: Plastikmüll im Ozean
tagesthemen 22:15 Uhr, 06.06.2017, Demian von Osten, WDR

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Ticken wir eigentlich noch ganz richtig?

Was braucht es eigentlich noch, damit diese Welt kurz innehält und sich fragt: Ticken wir eigentlich noch ganz richtig? Was tun wir uns an? Ein Fünftel der Korallen tot, fünf riesige Plastikteppiche auf den Weltmeeren. Der größte ist größer als Deutschland.

Und dann steht da die deutsche Umweltministerin, redet von Recyclingsystemen, die es anderswo auf der Welt wohl brauche. Aber dass sie in Deutschland Plastiktüten nicht so teuer macht, damit dieser Dreck ein Ende hat, scheint schon zu viel verlangt.

Wir vergiften die Meere und irgendwann uns

Dass wir Verbraucher uns Kosmetik ins Gesicht schmieren, die Mikroplastik enthält, dass jeder Waschgang eines Fleecepullis Mikroplastik ins Abwasser spült - schlimm genug. Dass dieses Mikroplastik im Plankton hängt und von Fischen gefressen am Ende als Fischfilet wieder bei uns auf dem Teller landet - ein böser, ironischer aber vermutlich gerechter Recyclingkreislauf der Natur. Wir vergiften die Meere und irgendwann uns selbst.

Fabien Cousteau, der Enkel des berühmten Meeresforschers, hat den 5000 Teilnehmern die Schönheit der Meere erklärt - ein Universum unter dem Universum. Er hatte eine Bitte: Lasst uns das Wort "unmöglich" nie mehr benutzen.

Unmöglich? Unmöglich ist allenfalls, dass die amerikanische UN-Botschafterin nicht einmal im Land war, als die erste Ozeankonferenz der UN-Geschichte in New York stattfand. Die Deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks hat ja noch Hoffnung, dass in den USA jetzt nicht die reine Unvernunft herrscht. Die Hoffnung stirbt vermutlich zuletzt. Und vorher krepieren die Meere.

Weichgespült - Wie viel Dummheit verträgt ein Ozean?
G. Schwarte, ARD New York
09.06.2017 18:21 Uhr

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Redaktioneller Hinweis

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. Juni 2017 um 22:15 Uhr und NDR Info am 09. Juni 2017 um 18:30 Uhr.

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