Kommentar

Zukunft Russlands Reformen mit Putin 4.0?

Stand: 18.03.2018 20:40 Uhr

Nach dem Wahlsieg könnte sich Putin an Reformen machen. Doch dann bekäme Putin Ärger mit denen, die ihn stützen. Und nur Abgrenzung schweißt zusammen.

Ein Kommentar von Udo Lielischkies, ARD-Studio Moskau

Jetzt also Putin 4.0. Was kommt damit auf Russland und die Welt zu? Denken wir positiv: Abgesichert auf lange Zeit macht Putin sich endlich an die grundlegenden Reformen. Putin 4.0 stoppt korrupte Staatsanwälte, schafft unabhängige Gerichte, und damit Rechtssicherheit. Teile der Industrie, jetzt zu 70 Prozent staatlich kontrolliert, werden wieder privatisiert. Die reichen Russen bringen ihre Milliarden aus dem Ausland zurück und investieren zu Hause. Die Wirtschaft springt an. Den Menschen geht es besser. Sie lieben Putin dafür.

Er entspannt sich und lässt wieder politische Widersacher in Parlament und Massenmedien zu. Der Westen wird nicht mehr als ewiges Feindbild gebraucht. Annäherung. Entspannung. Das wäre schön, nicht wahr? Würde ich auf dieses Szenario ein paar Rubel wetten? Nein.

Udo Lielischkies, WDR, kommentiert den Ausgang der Präsidentschaftswahl
tagesthemen 23:15 Uhr, 18.03.2018

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Putin gibt den Menschen Stolz und Selbstbewusstsein

Zwei Gründe. Erstens: Wer das Raubrittertum abschaffen will, bekommt Ärger mit den Raubrittern. Da müssten Polizisten, Beamte, Staatsanwälte, Richter, Geheimdienstler ja auf einmal von ihren offiziellen Bezügen leben - schwierig. Denn ausgerechnet sie sind ja die Säulen seiner Machtvertikale. Wird Putin 4.0. das riskieren?

Zweitens: Wladimir Putins Popularität hat wenig mit dem Wohlergehen seiner einfachen Bürger zu tun. Die Menschen leben schlechter und spüren das. Aber Putin gibt ihnen etwas anderes, wertvolles: Nationalstolz. Selbstbewusstsein. Russland, das alternative, das bessere Modell, im ständigen Abwehrkampf gegen den aggressiven Westen. Das schweißt zusammen und hilft, die triste Realität zu verdrängen. Das klappt aber nur mit Abgrenzung, nicht mit Annäherung.

Ich wünschte, es wäre anders - auch für meine vielen russischen Freunde. Vielleicht habe ich ja unrecht. Das wäre wunderbar.

Redaktioneller Hinweis

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. März 2018 um 23:15 Uhr.

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