Kommentar

Trumps Debüt Düstere Apokalypse im Weltsaal der UN

Stand: 19.09.2017 21:26 Uhr

Was bleibt von Donald Trumps Debüt bei den Vereinten Nationen? Selten hat ein Staatschef am Ort der Diplomatie so unverhohlen gedroht. Und selten zuvor hat der US-Präsident so strukturiert seine außenpolitische Agenda dargelegt.

Ein Kommentar von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Wenn ein Präsident im Weltsaal der Vereinten Nationen, die einst aus den rauchenden Trümmern des Zweiten Weltkriegs gegründet wurden mit Ziel, die Geißel des Krieges der Menschheit künftig zu ersparen, wenn ein Präsident also im Weltsaal einer anderer Nation die totale Zerstörung androht, dann ist die Lage entweder sehr ernst oder Präsident Donald Trump spricht. Oder wie jetzt passiert eben beides.

Selten hat ein Staatschef an diesem Ort der Diplomatie so unverhohlen aggressiv gedroht. Die Premiere Trumps geriet zur düsteren Apokalypse all dessen, was auch passieren könnte, wenn diese Welt sich nicht aufstellt, wie Trump sie gern hätte.

Trump-Rede vor der UN-Vollversammlung
tagesthemen 22:15 Uhr, 19.09.2017, Isabel Schayani, ARD New York

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Unilateralismus prallt auf Multilateralismus

Starke Nationalstaaten, das Besinnen auf sich selbst, die eigene Sicherheit und Souveränität über alles: So sieht Trump die Welt. "Der schwarze Prinz des Unilateralismus zu Gast im Tempel des Multilateralismus", so hat es vorher ein langjähriger UN-Experte formuliert und so ist es gekommen. Und die Welt hält den Atem an.

"Wir dürfen nicht in den Krieg schlafwandeln", hatte UN-Generalsekretär António Guterres Minuten vor Trump die Welt und auch jenen US-Präsidenten gewarnt. Nicht nur die Tatsache, dass der zu spät kam, machte diese Warnung im Falle Trumps vermutlich hinfällig. Es war wohl kein Zufall, dass Trump zum großen Staunen der Zuhörer die militärische Stärke der USA an den Beginn seiner Rede stellte. 700 Milliarden Dollar würden die USA für Rüstung ausgeben, niemals sei die Armee stärker gewesen. UN-Generalsekretär Guterres wird im Stillen weinend kalkuliert haben, wie viel Leben, wie viel Zukunft, wie viel Hoffnung und wie viel Freude seine Vereinten Nationen mit 700 Milliarden Dollar der Welt schenken könnten.

Es geht auch strukturiert

Was also bleibt vom denkwürdigen Auftritt des Donald Trump: Der Eindruck, dass der Mann auch zusammenhängend reden kann. Seine Weltsicht, die losen gedanklichen Enden aus "America First" gepaart mit dem großen Potenzial der UN, die offene Drohung gegen Nordkorea und den Iran hier, die ausgestreckte Hand an den Rest der Welt da - zumindest rhetorisch hat Trump es geschafft, dies alles in einer strukturierten Rede unterzubringen. Auch das ist keine ganz kleine Leistung.

Dass es phasenweise Beifall gab für den Mann, der diese Vereinten Nationen zuletzt als Debattierclub und Minderleister abtat, hat auch damit zu tun, dass jeder im Saal eine Gewissheit mit nach Hause nahm: Die USA sitzen am sehr langen Hebel. Der heißt: Geld. 22 Prozent des UN-Budgets fließen aus amerikanischer Kasse. Wenn Trump und Washington es wollen, gehen am East River in New York die Lichter aus. Auch im Weltsaal, dem Ort der Trump-Rede, in dem er dem sogenannten Schurkenstaat Nordkorea die totale Vernichtung androhte. Ein denkwürdiger Tag - in vielerlei Hinsicht.

Trumps denkwürdiger Auftritt vor den UN
G. Schwarte, ARD New York
19.09.2017 20:44 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. September 2017 um 22:15 Uhr.

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