Kommentar

Trump und die Medien Selten dumm, aber nicht verboten

Stand: 25.02.2017 04:45 Uhr

Trump mag die Medien nicht. Das ist selten dumm von ihm, aber nicht verboten. Die Medien sollten sich daran gewöhnen und sich wichtigeren Dingen zuwenden, meint Rolf Büllmann. Trumps Russland-Verbindungen zum Beispiel. Denn kritischer Journalismus funktioniert auch ohne Trumps Briefing.

Ein Kommentar von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Donald Trump mag die Medien nicht. Jedenfalls nicht die, die kritisch über ihn berichten. Das sollte mittlerweile für jeden Journalisten klar sein, und für jeden politischen Beobachter, der sich auch nur ansatzweise für die Materie interessiert. Und trotzdem schockiert Trump die Öffentlichkeit immer wieder mit neuen Verstößen gegen die geltenden Gepflogenheiten für den Umgang zwischen Weißem Haus und Presse - zuletzt, als sein Pressesprecher einige Journalisten von einem Briefing ausgeschlossen hat.

Nur konsequent, wenn er nicht mit ihnen spricht

Es wird höchste Zeit, dass wir uns daran gewöhnen. Trump hat "Fake News" - und dazu zählen seiner Meinung nach einige der renommiertesten Medienunternehmen der USA - wörtlich zu "Volksfeinden" erklärt. Da ist es nur konsequent, wenn er nicht mit ihnen spricht.

Vergessen wir nicht: Es gibt kein Gesetz, das den Präsidenten dazu zwingt, aufrichtig und vertrauensvoll mit Journalisten zusammenzuarbeiten. Es gibt sehr wohl Erfahrungswerte, die zeigen, dass es besser ist, das zu tun. Und man kann sicher argumentieren, dass eine Regierung sehr wohl eine moralische Verpflichtung hat, auch kritische Fragen zu beantworten. Aber wie gesagt: es gibt kein Gesetz, das gute Zusammenarbeit verlangt.

Schluss mit der Empörung

Und deshalb muss jetzt mal Schluss sein mit der Empörung über das Verhalten der Trump-Regierung. Denn es steht ihr sehr wohl zu, so zu handeln, wie sie es getan hat. Es ist zwar selten dumm, meiner Meinung nach, aber nicht verboten.

Für die Journalisten bedeutet das aber auch: Wenn das dann jetzt endgültig geklärt ist, können wir uns hoffentlich wieder wichtigeren Themen zuwenden. Trumps Russland-Verbindungen zum Beispiel, oder seinen zahllosen Interessenkonflikten, oder seinem angespannten Verhältnis zur Wahrheit. Denn eines muss dem Weißen Haus klar sein: Kritischer Journalismus funktioniert auch ohne Kooperation. 

Kommentar: Trump mag die Medien nicht. Und jetzt wenden wir uns Wichtigerem zu.
Rolf Büllmann, ARD Washington
25.02.2017 16:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Februar 2017 um 05:05 Uhr.

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