Kommentar

Stanislaw Tillich | Bildquelle: dpa

Rücktritt von Tillich Eine rühmliche Ausnahme

Stand: 18.10.2017 20:55 Uhr

Persönlich Verantwortung zu übernehmen - das ist in der Politik selten geworden. Sachsens Ministerpräsident Tillich hatte genügend Gründe, Konsequenzen aus seinen Misserfolgen zu ziehen. Andere Politiker sind da nicht so gradlinig.

Ein Kommentar von Oliver Köhr, ARD-Hauptstadtstudio

Der Rücktritt an sich scheint in der Politik ein bisschen aus der Mode gekommen. Dabei ist er doch die vornehmste und offensichtlichste Art, Verantwortung zu übernehmen und unmissverständlich klar zu machen: Wir haben, ich habe etwas falsch gemacht.

Insofern ist der Rücktritt von Stanislaw Tillich eine rühmliche Ausnahme. Rücktrittsgründe haben sich reichlich angesammelt: Übergriffe und rechtsextremistisch keifende Wutbürger in Heidenau und Bautzen - die Regierung Tillich redete es klein. Der Aufstieg von Pegida in Dresden und der AfD in ganz Sachsen - die Regierung Tillich sah kein wirkliches Problem.

Oliver Köhr, ARD Berlin, kommentiert den Rücktritt von Ministerpräsident Tillich
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.10.2017

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Keine wagte Kritik an Tillich

Nun ist Tillich in der sächsischen CDU nicht unumstritten. Führungsschwäche wird ihm unterstellt, den einen ist der Rechts-Kurs zu hart, den anderen nicht hart genug. Fakt ist aber: Es hat sich keiner getraut, Tillich zu stürzen. Es hat sich nicht mal jemand getraut, ihn richtig zu kritisieren. Da musste dann schon Vor-Vorgänger Kurt Biedenkopf poltern, damit überhaupt eine öffentliche Debatte um Tillich in Gang kam.

Jetzt macht er nach der krachenden Niederlage bei der Bundestagswahl den Weg frei - zur Aufarbeitung und Neuaufstellung. Und das just an dem Tag, an dem im Bund die Sondierungen über ein Jamaika-Bündnis beginnen. Da sitzen zwei Parteien mit am Tisch, die das Thema Aufarbeitung und Neuaufstellung nach der Wahlschlappe erst mal gepflegt verdrängt haben: CDU und CSU.

Andere verschieben die Diskussion über Verantwortung

Wer übernimmt in der CSU die Verantwortung für zehn Prozentpunkte minus? Horst Seehofer will erst mal verhandeln und später über die Wahl sprechen. Wer übernimmt in der CDU die Verantwortung für gut sieben Prozentpunkte minus? Die Vorsitzende und ihr Generalsekretär wollen erst mal verhandeln und später über die Wahl sprechen - nicht die besten Voraussetzungen zum Verhandeln, wenn zwei Beteiligte die Vergangenheitsbewältigung noch vor sich haben.

Bei der Sondierungsrunde am Freitag steht auch Stanislaw Tillich auf der Teilnehmerliste. Vielleicht hilft es ja, wenn einer dabei ist, der nichts mehr werden will.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Oktober 2017 um 22:15 Uhr.

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