Kommentar

PISA-Studie Lippenbekenntnisse statt Bildungspolitik

Stand: 04.12.2019 02:57 Uhr

Jeden jungen Menschen zum höchstmöglichen Bildungsabschluss zu bringen, sollte in einem Hochtechnologieland oberste Priorität haben - aus Selbsterhaltungstrieb. Doch die Realität an den Schulen sieht anders aus.

Ein Kommentar von Monika Wagener, WDR

Immer das Gleiche. Erst kommt die Bildungsstudie, dann die Forderung nach einer "Kraftanstrengung für bessere Bildung“. Es ist fast schon Satire.

Egal, wie man die PISA-Studie im Einzelnen bewertet - eines ist besonders alarmierend: Die Schere zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Kindern ist wieder größer geworden. Und: Immer noch hängt in kaum einem Land der Bildungserfolg so stark vom Elternhaus ab wie in Deutschland. In einem Land, in dem jeder Schulerfolg jedes einzelnen Kindes eigentlich Gold wert sein sollte.

Denn wer auf die deutsche Alterspyramide blickt, bekommt einen Schock. Einem viel zu kleinen Teil an Menschen unter 20 steht eine riesige Zahl älterer Menschen gegenüber. Wer soll deren Renten finanzieren, wenn es kaum noch gut verdienende Einzahler gibt? Jeden einzelnen jungen Menschen zum höchstmöglichen Bildungsabschluss zu bringen, sollte in einem Hochtechnologieland wie Deutschland oberste Priorität haben. Aus reinem Selbsterhaltungstrieb.

Monika Wagener, WDR, kommentiert die PISA-Ergebnisse
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.12.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kampf gegen den Lehrermangel

Doch tatsächlich erleben es Eltern an den Schulen ganz anderes: Es wird geflickt, gestopft, mit viel zu wenigen Lehrkräften versuchen die Schulen verzweifelt, den Unterricht aufrechtzuerhalten. Und weil man den Lehrermangel ja leider nicht kommen sah, werden in vielen Bundesländern immer mehr Ungelernte in die Klassen geschickt. Oft ohne ausreichende Vorbereitung.

An eine Lehrer-Doppelbesetzung in der Klasse, von der vor allem bildungsfernere Kinder profitieren würden, ist da kaum zu denken. Für wirklich differenzierten Unterricht, in dem Starke und Schwache optimal gefördert werden, ist viel zu wenig Zeit. Ganztagsschulen, die den Namen wirklich verdient haben, gibt es noch viel zu wenige.

Stattdessen wird sortiert in Deutschland, um dann zu beklagen, dass die Abgehängten in angeblichen "Resteschulen" ja so schlechte Ergebnisse erzielen. Dabei kämpfen gerade dort oft hochmotivierte Lehrkräfte auf verlorenem Posten. Eine wirkliche "Kraftanstrengung für bessere Bildung" statt wiederkehrender Lippenbekenntnisse könnten auch sie gut gebrauchen. Und nicht nur sie. Es kostet viel Geld, doch es geht um unser aller Zukunft.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 03. Dezember 2019 um 22:15 Uhr.

Darstellung: