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Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington
Berlin – New York – Washington – Berlin: Drei Tage war Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Sachen Opel im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unterwegs. Das Ergebnis: Es war ein Besuch, der nicht geschadet, aber auch keine neuen Erkenntnisse erbracht hat. Mit einer Ausnahme: Positiv war die Reise für den neuen Minister, der 40 mitgereisten Journalisten und den Washingtoner Korrespondenten gezeigt hat, dass er sich auf internationalem Parkett bestens verkaufen kann.
Doch davon haben die Opel-Arbeiter herzlich wenig. Was die Zukunft der deutschen Tochter von General Motors anbelangt, ist der Minister keinen einzigen Schritt voran gekommen. Wie realistisch ist das Konzept für Opel und die britische GM-Tochter Vauxhall, sich als GM-Europa in eine relative Eigenständigkeit zu begeben?
Hierauf gab es ebenso wenig eine Antwort wie auf die beiden anderen drängenden Fragen, nämlich: Wird es möglich sein, die Opel-Patente, über die zur Zeit die US-Regierung verfügt, wieder an Opel abzutreten? Und: Was ist mit der rund einer Milliarde Euro, die der Mutterkonzern der deutschen Tochter schuldet? Viele Fragen, keine Antworten.
Immerhin vereinbarte Minister zu Guttenberg mit seinem amerikanischen Amtskollegen, Timothy Geithner, im Zusammenhang mit der GM- und Opelkrise eine enge Zusammenarbeit. Doch niemand sollte an diese Kooperation auf Staatssekretärsebene zu große Hoffnungen verbinden. Das meist benutzte Wort von zu Guttenberg war bei seinem US-Aufenthalt: Wenn.
Wenn es den Managern von General Motors gelingen sollte, die US-Regierung bis Ende März von einem Zukunftskonzept für das Unternehmen zu überzeugen – nur dann werde sich eine Insolvenz mit allen negativen Folgen auch für Opel vermeiden lassen. Doch diese Frage wird von der Obama-Administration ohne deutsche Beteiligung beantwortet werden. Opel spielt dabei eine nur unbedeutende Rolle. Die amerikanische Regierung schaut nach Detroit. Und nicht nach Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern oder Eisenach.
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