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Kommentar

Nordkoreas Atomtest

Auf China kommt es an

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Mit dem Atomtest hat Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un jede Hoffnung auf Veränderungen zunichte gemacht. Auch er folgt offensichtlich dem alten Muster: Sanktionen werden in Kauf genommen, um das Drohpotenzial zu steigern und Verhandlungen auf Augenhöhe zu erzwingen.

Nordkorea bleibt ein nuklearer Erpresser-Staat, der sich nicht um die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung kümmert. Dabei hatte Kim Jong Un von verbesserten Lebensbedingungen gesprochen und zwischen den Zeilen war sogar etwas von wirtschaftlichen Reformen zu lesen. Der Atomtest stellt die Frage neu, wofür Kim Jong Un eigentlich steht und ob nicht doch die Hardliner im nordkoreanischen Militär das Sagen haben und ihn nur als Marionette benutzen.

Nordkorea provoziert und Staatengemeinschaft ist machtlos
P. Kujath, ARD Tokio
12.02.2013 15:11 Uhr

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Mit dem erfolgreichen Raketentest im Dezember hatte das Land gezeigt, zu was es technisch in der Lage ist. Das wäre eine starke Verhandlungsposition gewesen, die Kim Jong Un gegenüber einer neuen Präsidentin in Südkorea geschickt hätte nutzen können. Auch das Bedrohungspotenztial gegenüber den USA wäre indirekt zum Tragen gekommen und hätte die Tür ein Stück weit offen gelassen. Der Atomtest reduziert jeden Verhandlungsspielraum der USA oder Südkoreas auf null. Jetzt kann das verarmte Land keine Zugeständnisse mehr erwarten, sollte dies das Kalkül des Spiels mit der Bombe gewesen sein.

China vor den Kopf gestoßen

Die USA werden wegen der Gefährdung des eigenen Landes härter mit Nordkorea umgehen und können dabei wahrscheinlich auf die Hilfe der Volksrepublik China zählen. Denn Nordkorea hat mit dem Test auch seinen engsten Verbündeten vor den Kopf gestoßen. China hatte den Nachbarn wiederholt zu einem Verzicht aufgefordert - ohne Erfolg. Offensichtlich ist der Einfluss Chinas auf die nordkoreanische Politik trotz der wirtschaftlichen Abhängigkeit begrenzt. Das Regime in Pjöngjang weiß, dass China keinen offenen Konflikt vor seiner Haustür haben will und deshalb weiterhin Kim Jong Un zähneknirschend unterstützen wird.

Und der internationalen Staatengemeinschaft wird auch nicht viel anderes übrig bleiben. Sanktionen bestehen schon seit Jahren und haben bisher kaum etwas gebracht. Das Regime wird die Bevölkerung eher verhungern lassen, als die eigene Machtposition aufzugeben. Und die Propaganda, dass nur die Kims Nordkorea vor dem bösen Ausland bewahren können, scheint sich in den Köpfen festgesetzt zu haben. Mit einem Aufstand rechnet niemand.

China muss sich beteiligen an echten Sanktionen

Was also bleibt zu tun? Der UN-Sicherheitsrat muss Nordkorea einstimmig verurteilen, und China muss sich an echten, wirtschaftlichen Sanktionen beteiligen. Das wäre ein starkes Zeichen. Dann wäre es gut, das Land erst einmal links liegen zu lassen - zumindest eine Zeit lang. Denn das Regime der Kims lebt auch von der internationalen Aufmerksamkeit. Einsetzen wird Nordkorea seine Atombomben nicht und auch einen konventionellen Krieg nur im äußersten Notfall beginnen, weil das das Ende des Regimes bedeuten würde.

Sollten sich die USA, Südkorea, Japan, Russland und vor allem China weiterhin einig sein, läge das Drohpotenzial auf einmal nicht mehr bei der erpresserischen Clique in Pjöngjang, sondern bei der internationalen Staatengemeinschaft.

Dieser Beitrag lief am 12. Februar 2013 um 13:15 Uhr auf WDR 5.

Stand: 12.02.2013 15:59 Uhr

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