Kommentar

Merkel, G20 und das Klima Ganz oder gar nicht

Stand: 07.07.2017 10:26 Uhr

Kanzlerin Merkel hat auf dem G20-Gipfel die Chance, die Welt zu retten, begibt sich aber auch in die Gefahr, grandios zu scheitern. Trotzt des Dilemmas ist jetzt ist nicht die Zeit für lauwarme Kompromisse.

Ein Kommentar von Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios

Jetzt erst recht - auf diese trotzige Formel hat die Kanzlerin ihre Verbündeten eingeschworen. Wenn Donald Trump aussteigt aus dem Klimaabkommen, dann will Merkel die Welt trotzdem retten. Dafür ist sie durch alle Kontinente gereist, hat Unterstützung gefunden, sogar in China, sogar in Russland.

Kein Wunder, elf Wochen vor der Wahl wird von Hamburg auch für Merkel ein entscheidendes Signal ausgehen: eine Kanzlerin, die es schafft, den US-Präsidenten und andere schwierige Partner einzuhegen. Oder - offener Eklat mit Trump, Erdogan & Co. Und dazu hässliche Bilder von Randalierern und prügelnder Polizei.

Gastgeberin und Wahlkämpferin

Dabei steckt die Kanzlerin in einem strategischen Dilemma: Als Gastgeberin muss sie bis an die Schmerzgrenze um Kompromisse ringen. Als Wahlkämpferin muss sie sich klar abgrenzen von Trump und seinen protektionistischen Parolen. Noch-Koalitionspartner SPD treibt sie mit scharfer Trump-Kritik vor sich her und verweist genüsslich auf das klare Nein zum Irakkrieg, das Ex-Kanzler Schröder einst mutig dem damaligen US-Präsidenten Bush entgegen schleuderte. 

G20-Gipfel: Tina Hassel, WDR, kommentiert
tagesthemen 22:30 Uhr, 06.07.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Doch auf diesem G20 geht es um viel mehr als um die Positionierung im heimischen Wahlkampf. Hier zeigt sich, ob sich die 20 mächtigsten Staaten noch darauf einigen können, dass die Stärke des Rechts gilt statt das Recht des Stärkeren. Darauf, dass die Welt keine Arena ist mit Siegern und Verlierern, sondern ein Ort, wo Kompromisse möglich sind, die allen nützen. Und wo es Regeln gibt, die für alle gelten.

Lieber konsequent scheitern

Wenn das gelingt, dann könnte Merkel die Welt retten. Zwar nicht alleine, aber im Verbund mit vielen. Wenn das nicht gelingt, dann sollte die Kanzlerin auch dazu stehen und nicht dem üblichen Reflex verfallen, das Drama zu übertünchen mit einem verwässerten Schlusskommuniqué. Das wäre mutig und würde ihr sogar im Wahlkampf nützen und nicht schaden.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. Juli 2017 um 22:30 Uhr.

Darstellung: