Kommentar

Luftverschmutzung Verbessert den Nahverkehr!

Stand: 14.02.2018 17:17 Uhr

Wenn Geld im Nahverkehr ausgeben, dann für neue Linien, nicht die Abschaffung der Fahrkarten. Und der Autoverkehr muss unattraktiver werden. Dann wird es was mit der Luftverbesserung.

Ein Kommentar von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Gründe, sich morgens ins Auto zu setzen, gibt es viele. Dass es so schön billig ist, gehört sicher nicht dazu. Schon heute, mit Fahrkarte, ist es fast immer wesentlich günstiger, die Bahn zu nehmen.

Aber das Auto ist eben bequemer. "Ich hab keine Lust auf andere Leute, die Verbindung ist nicht so toll, ich weiß gar nicht, wie das mit dem Bahnfahren eigentlich geht und fahre schon immer mit dem Auto, deshalb mach ich es weiterhin." So denken viele und die meisten von ihnen wird man auch mit einem kostenlosen Angebot nicht erreichen.

Vielleicht aber mit einem besseren. Mit ausgebauten Strecken, mit Vorfahrt an den Kreuzungen, dichteren Takten, schnelleren komfortableren Bahnen und Bussen. Dafür ist Geld nötig, auch die zwölf Milliarden Euro jährlich, die die Verkehrsbetriebe mit Fahrkarten einnehmen.

Geld für neue Linien ausgeben

Wenn es darum geht, zusätzliches Staatsgeld in das System zu pumpen, was ganz sicher richtig wäre, dann bitte in neue Linien, nicht in die Abschaffung der Fahrkarten. Denn der Nahverkehr wird ja schon gut genutzt. Seit 20 Jahren steigen die Fahrgastzahlen, viele Strecken sind überlastet. Da müssen wir ran, nicht an den Preis.

Vorbilder aus dem Ausland zeigen: Wenn auf der einen Seite der Nahverkehr attraktiver wird, müssen die Städte auf der anderen Seite daran gehen, den Autoverkehr unattraktiver zu machen. Zum Beispiel auf den Straßen wieder Platz für Radfahrer und Fußgänger bereit stellen, der ihnen in den autoseligen 1960ern und 1970ern weggenommen wurde. Auto fahren muss anstrengender und Bahnfahren bequemer werden, auch wenn das im Autofahrerland Deutschland nicht sonderlich populär ist.

Schnell die Luft verbessern wird übrigens weder ein kostenloser noch ein viel besserer Nahverkehr. Denn beides dauert. Ohne Fahrverbote für besonders dreckige Autos wird es vermutlich also nicht gehen. Die werden am Ende aber Gerichte verhängen, weil die Politik sich nicht traut. 

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Februar 2018 um 20:00 Uhr.

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