Kommentar

Kommentar zu Übergriffen in Köln Nicht der Angst nachgeben!

Stand: 08.01.2016 21:57 Uhr

In den vergangenen Tagen wurde offenbar, dass manche die Willkommenskultur ausnutzen. Doch wir dürfen uns nicht unseren Ängsten hingeben, fordert Anja Reschke in den tagesthemen. Folgen wir dem Ruf der Rechtspopulisten, verlieren wir unsere Freiheit.

Von Anja Reschke, NDR

Ändert die Silvesternacht von Köln alles? Viele sind jetzt wütend, auf die Regierung, auf die Medien, die angeblich falsch berichten, auf die Polizei. Wir mussten in den vergangenen Tagen schmerzvoll lernen, dass die vielgerühmte Willkommenskultur von einigen ausgenutzt wird.

Die Übergriffe von Köln waren furchtbar, vor allem für die betroffenen Frauen. Aber sie waren auch ein Weckruf. Sie haben gezeigt, dass die Sache mit der Integration verdammt hart wird. Für uns alle. Vielleicht haben wir uns das zu schön geredet. Aber knicken wir jetzt ein?

Was wir brauchen, ist die Wahrheit. Wenn Horden von Männern Frauen angehen, müssen wir dagegen vorgehen. Wenn die Polizeiführung in Köln versucht hat, die Herkunft der Täter zu vertuschen, ist das grundfalsch. Wir können die Probleme nur angehen, wenn wir sie kennen.

Der Kommentar von Anja Reschke, NDR, zu den Übergriffen in Köln
08.01.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Eine harte Probe

Die Flüchtlingsdebatte war von Anfang an beherrscht von Stimmungen. Als die Bilder des toten Jungen am Strand um die Welt gingen, haben wir die Arme aufgemacht. Und jetzt sehen wir in allen muslimischen Männern potenzielle Kriminelle? War es das? Ist der Jahreswechsel jetzt wirklich der Moment, der alles ändert?

Köln stellt uns auf eine harte Probe. Aber wir dürfen uns jetzt nicht unseren Ängsten hingeben. Wenn wir jetzt alle Flüchtlinge in Sippenhaft nehmen, wenn wir Zäune um unsere Häuser und unser Land ziehen, wenn wir den Rechtsruck mitmachen, den einige unsere Nachbarländer schon vollzogen haben, dann geben wir all das auf, was wir erreicht haben.

In Polen ist man gerade dabei, getragen von Angst vor Fremden, Medien und Justiz einzuschränken. Man kann zusehen, wie schnell das geht. Es ist so verlockend einfach, jetzt den Rufen der Rechtspopulisten zu folgen. Aber wenn wir das tun, dann verlieren wir unsere Freiheit.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Darstellung: