Kommentar

Maaßen und die GroKo Ein Trauerspiel in der komischen Oper

Stand: 18.09.2018 20:26 Uhr

Die Beförderung Maaßens war eine Entscheidung, bei der es nur Verlierer gibt - und steht symptomatisch für die Verfassung der Großen Koalition. Eine funktionierende Regierung sieht anders aus.

Ein Kommentar von Evi Seibert, ARD-Hauptstadtstudio

Was war das denn für ein fauler Zauber? Erst ist der Mann untragbar - und dann wird er befördert. Nur damit alle ihr Gesicht wahren können, egal welche Meinung sie vorher vertreten haben.

Das mag vielleicht für die Beteiligten okay sein. Für den Rest der Zuschauer und Wähler ist das einfach nur erbärmlich: Schon wieder ist ein selbstgemachtes Problem nicht gelöst, sondern nur quälend lang vertagt worden, bis es immer größer wurde und zum Schluss als "Regierungskrise" tagelang alles andere überdeckt und gelähmt hat.

Inzwischen hat man das Gefühl, jede Kindergärtnerin hat ihre Kleine Bärengruppe besser im Griff als Angela Merkel ihre Regierungstruppe. Da zündelt der Horst, dort bockt die Andrea - aber die Regierungschefin fliegt lieber nach Algerien, als sich dem Grauen zuhause zu widmen.

Wie wäre es mal mit Regieren?

Da wir ja nicht auch alle wegfliegen oder auswandern können, nur weil sich unsere Regierung ständig streitet wie die Kesselflicker und nicht zu Potte kommt, muss jetzt was anderes passieren.

Wenn Merkel und Seehofer nicht in der Lage sind, zusammenzuarbeiten, sollen sie es jetzt bitte sofort lassen. Seehofer sollte gehen und Platz machen für jemanden, der keine Privatfehde gegen die Kanzlerin führt. Und die Kanzlerin sollte endlich wieder das tun, wofür sie vereidigt wurde: eine Regierung führen.

Wir haben vor einem Jahr gewählt - und nicht ein Jahresabo für die komische Oper erworben.

Kommentar: Erbärmliches Ende im Fall Maaßen
E. Seibert, ARD Berlin
19.09.2018 07:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 18. September 2018 um 00:17 Uhr.

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