Kommentar

Baby liegt bei einem Vater auf dem Bauch | Bildquelle: picture alliance / dpa

Erfolg des Elterngelds Wandel durch Wickelvolontariat

Stand: 10.01.2018 14:50 Uhr

Beim Start des Elterngeldes lachten viele über das "Wickelvolontariat für Väter". Doch es wurde zur Erfolgsgeschichte und hilft Kindern ebenso wie den Eltern. Die Politik habe Lebensweisen verändert. Nun müsse ein Familiengeld folgen.

Ein Kommentar von Evi Seibert, ARD-Hauptstadtstudio

Wenn Politiker sagen, sie wollen mit ihrer Arbeit unsere Gesellschaft gestalten, dann klingt das oft nach hohlem Blabla. Das Elterngeld ist ein Beweis, dass man tatsächlich mit Gesetzen Einstellungen und Lebensweisen verändern kann.

Einst Gelächter über das "Wickelvolontariat"

Als vor zwölf Jahren plötzlich auch Männer eine staatlich subventionierte Auszeit für ihr Kind nehmen durften, lachte sich die Republik halbtot. "Wickelvolontariat für Väter" stand über den Kommentaren zum neuen Elterngeld. Und für die frisch gebackenen Daddys gab's den Tipp, den Babydienst doch möglichst in die Zeit einer Fußball-WM zu legen.

Seither wurde Stück für Stück am Elterngeld geschraubt. Es wurde angepasst und erweitert - zuletzt als Elterngeld Plus auch für Teilzeit arbeitende Mütter und Väter eingeführt.

Bilanz zum Elterngeld Plus
tagesschau 16:00 Uhr, 10.01.2018, Ulla Fiebig, ARD Berlin

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Positive Effekte in den Familien

Mittlerweile redet niemand mehr von Wickelvolontariat. Es hat sich herausgestellt, dass sich Kinder besser entwickeln, wenn sich beide Elternteile um sie kümmern. Kinder nehmen diese partnerschaftlichen Arbeitszeiten als positiv und gerecht wahr - so das Fazit einer Studie. Ähnliches hat sich bei den Großeltern getan. Wenn der eigene Sohn eine Berufspause macht, um sich um den Nachwuchs zu kümmern, entwickeln auch die Älteren ein moderneres Gesellschaftsbild.

Und die jungen Eltern selbst? Die haben das Angebot tatsächlich wahrgenommen. Zwar glauben noch immer viele Männer, sie seien im Job unabkömmlich. Und der Anteil der Väter, die für die Familie im Job kürzertreten, ist auch immer noch sehr viel geringer als der der Mütter. Aber er hat sich seit der Einführung des gemeinsamen Elterngeldes mehr als verzehnfacht.

Gegen meckernde Chefs durchsetzen

Männer lernen, dass sie das gesetzliche Angebot auch gegen meckernde Chefs durchsetzen müssen, wenn sie was vom Nachwuchs haben wollen. Und je mehr es tun, desto normaler wird es. Väter, die mal zu Hause geblieben sind, kümmern sich auch nach dieser Zeit mehr um Haushalt und Kinder. Beim Elterngeld Plus teilen sich übrigens Vater und Mutter die Kinderbetreuung am gleichmäßigsten auf und unterstützen sich am meisten gegenseitig.

Im Prinzip ist es also ein gutes Beispiel dafür, wie Politik gesellschaftliche Wünsche und Veränderungen aufgreifen, gestalten und fördern kann. Übrigens quer durch die Parteien. Die damalige CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen war am Elterngeld genauso beteiligt wie später Manuela Schwesig von der SPD.

Union und SPD dürfen nicht stehen bleiben

Da diese beiden Parteien zurzeit wieder über künftige Familienpolitik verhandeln: Bloß nicht stehen bleiben. Jetzt geht es darum, die Teilzeit arbeitenden Eltern wieder ohne Nachteile in Vollzeit zu bringen und die Betreuungsmöglichkeiten weiter auszubauen. Zurzeit stehen viele junge Eltern wieder Schlange, für einen Kita-Platz. Und berufstätige Eltern von Teenagern haben nun verstärkt das Problem mit der riesigen Generation von pflegebedürftigen Großeltern, die Zeit brauchen. Aus Elterngeld muss Familiengeld werden.

Elterngeld Plus

Das 2015 eingeführte Elterngeld Plus ist eine Alternative zum klassischen Elterngeld. Es soll die schnelle Rückkehr in den Beruf erleichtern. Ziel ist es, Mütter und Väter zu unterstützen, die sich die Betreuung ihres Kindes sowie die Arbeitszeit im Job teilen wollen. Das Elterngeld Plus kann doppelt so lange bezogen werden wie das Elterngeld - also bis zu 24 Monate plus vier Monate Partnerschaftsbonus. Wer es nutzt, bekommt pro Monat mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro und damit höchstens die Hälfte des klassischen Elterngelds. Die genaue Höhe ergibt sich aus dem Unterschied zwischen dem Nettoeinkommen vor der Geburt und dem Nettoeinkommen nach der Geburt. Das Elterngeld Plus liegt ebenso wie das Elterngeld bei 65 Prozent dieser Differenz. Für Väter und Mütter, die nicht arbeiten, ist dann das Elterngeld Plus genau halb so hoch wie das Elterngeld. Wer sich aber für Teilzeitarbeit entscheidet, kann durch das Elterngeld Plus in der Summe deutlich mehr Geld vom Staat bekommen als durch das klassische Elterngeld. Beide Varianten lassen sich auch kombinieren. Dabei können sich Vater und Mutter monatsweise für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden und dabei auch zeitgleich Elterngeld Plus beziehen.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Januar 2018 um 14:00 Uhr.

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