Kommentar

Hubertus Heil Viel Sekretär, wenig General

Stand: 30.05.2017 18:54 Uhr

Für die SPD und ihren Kanzlerkandidaten Schulz ist es wichtig, dass Katarina Barley Platz macht, meint Gabriele Intemann. Zwar seien vom neuen Generalsekretär Heil keine neuen Ideen und Konzepte zu erwarten, aber er habe seine Qualitäten.

Ein Kommentar von Gabriele Intemann, ARD-Hauptstadtstudio

Das Schicksal hat der SPD eine Chance in die Hand gespielt, die sie so kurz vor der Bundestagswahl sonst wohl nicht ergriffen hätte. Einen Neustart im Bundestagswahlkampf - zumindest organisatorisch.

Möglich wurde er durch ein großes Stühlerücken, das durch die Krebsdiagnose des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, nötig wurde. Familienministerin Manuela Schwesig war schon länger als mögliche Nachfolgerin für den 67-jährigen Sellering im Gespräch - aber natürlich noch nicht jetzt. Schwesigs Abgang aus Berlin verschafft Martin Schulz nun überraschend Handlungsspielraum.

Und den braucht er dringend nach drei verlorenen Landtagswahlen und immer weiter sinkenden Umfragewerten. Der Unmut über das Chaos und die strategischen Fehler in der Parteizentrale war spätestens seit der vergeigten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit Händen zu greifen. Zumindest formal dafür verantwortlich: Generalsekretärin Katarina Barley. Als Nachfolgerin von Manuela Schwesig im Familienministerium kann sie nun ihren Platz im Willy-Brandt-Haus räumen, ohne das Gesicht zu verlieren. Für den neuen Posten qualifiziert Barley auf den ersten Blick nicht viel. Aber es sind im Familienministerium wenige Monate vor der Bundestagswahl auch keine großen Projekte mehr anzuschieben.

Platz machen für Heil?

Viel wichtiger ist, dass sie Platz macht im Willy-Brandt-Haus - Platz für einen, bei dem man im ersten Moment stutzt: Hubertus Heil? Ist das nicht der, der als Generalsekretär schon einmal gescheitert ist? Damals während der Ära Kurt Beck, mit der verpatzten Kanzlerkandidaturkür und der desaströsen Bundestagswahl 2009.

Warum also jetzt ausgerechnet noch einmal Hubertus Heil als Wahlkampfmanager der SPD? Weil der Mann eines kann: Er kann Apparate steuern und führen. Er kann sich in Akten eingraben und will Details wissen. Er ist einer, der sich um das politische Klein-Klein kümmert, um Abläufe und Verfahren. Deshalb ist diese Wahl nachzuvollziehen.

Neue Ideen und Konzepte sind von Hubertus Heil nicht zu erwarten. Auch keine große Strahlkraft nach außen. Hubertus Heil ist viel Sekretär und wenig General. Für das andere, für großen Linien, das Menschelnde und den mitreißenden Auftritt ist der Parteichef zuständig.

Martin Schulz muss die SPD mit frischen Ideen und neuen Konzepten aus der Krise führen. Hubertus Heil soll ihm dafür den Rücken freihalten. Und das ist im Willy-Brandt-Haus eine Mammut-Aufgabe. Schafft er das, hätte er sehr viel erreicht.

Hubertus Heil wird neuer SPD-Generalsekretär
tagesthemen 22:15 Uhr, 30.05.2017, Ulla Fiebig, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. Mai 2017 um 22:30 Uhr.

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