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29.05.2012

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Kommentar: Guttenbergs völlige Instinktlosigkeit
Kommentar zur Beratertätigkeit

Die völlige Instinktlosigkeit Guttenbergs

Von Martin Bohne, MDR

Natürlich war das kein Anlauf zum Comeback. Natürlich ist das alles ein selbstloser Einsatz für eine gute Sache. Etwas anderes kann Karl-Theodor zu Guttenberg ja gar nicht sagen. Zumindest in den nächsten Wochen und Monaten hat er nicht die Absicht, nach Deutschland zurückzukehren.

Audio: Kommentar: Das missglückte Nicht-Comeback des Freiherrn zu Guttenbergs

AudioMartin Bohne, MDR-Hörfunkstudio Brüssel 12.12.2011 17:36 | 2'03
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Wer den politischen Lebens- und Leidensweg des Freiherrn verfolgt hat, wird ihm das sowieso nicht glauben. Da entsteht das Bild eines durchaus talentierten, aber mindestens ebenso ehrgeizigen Politikers, der es nie verwinden wird, dass er von ein paar eifrigen Internetaktivisten aus der politischen Topliga gekegelt wurde. Und der sich vom Beifall, der hier und da von der Parteibasis, den Stammtischen und einigen Medien nach Amerika herüberdringt, hinreichend legitimiert fühlt, die deutsche Politik durch forsche Äußerungen aufzumischen.

Fehlende Fähigkeit, sein Auftreten einzuschätzen

Ein Talent geht dem einstigen Superstar der deutschen Politik offensichtlich völlig ab: die Fähigkeit, die Wirkung seines Tuns und seines Auftretens realistisch einzuschätzen. Wie kann man sich sonst die Instinktlosigkeit erklären, dass er sich von Brüssel zum Aushängeschild der Kampagne für die Freiheit des Internets in der Welt machen ließ.

Ausgerechnet für die Freiheit des Internets. Des Mediums, dessen er sich bei seiner Plagiatsarbeit eifrig bediente. Des Mediums, über das er zu Fall gebracht wurde. Hat er die hämischen Fragen der Journalisten in Brüssel nicht vorhergesehen? Ob er sich denn nun für die unbeschränkte Kopierfreiheit im Internet stark machen werde? Und ob er nicht fürchte, dass seine angeschlagene Glaubwürdigkeit der durchaus ehrenwerten Sache, für die er nun antritt, nicht schaden werde?

Nur ein Schatten seiner selbst

Offensichtlich hat er diese Fragen sogar vorher gesehen, aber er hat gedacht, dass er sie mit der ihm eigenen Souveränität klein machen kann. Das ist gründlich daneben gegangen. Angespannt, unsicher, den Blick starr, fast verletzbar wirkte er - die Antworten nicht mal im Ansatz locker.

Zum Spektakel hat der Name Guttenberg noch gereicht. Der Medienauftrieb war enorm. Aber das reicht nicht. Der Guttenberg in Brüssel war nur ein Schatten des Guttenbergs in seinen besseren Zeiten. In dieser Verfassung brauchen ihn seine politischen Gegner und seine Parteifreunde in Deutschland nicht zu fürchten.

Stand: 12.12.2011 17:15 Uhr

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