Kommentar

Syrien-Entscheidung der Bundesregierung Neinsagen ging nicht. Leider.

Stand: 26.11.2015 21:29 Uhr

Frankreichs Bitte abzuschlagen - das wäre nicht gegangen. Doch so richtig die Entscheidung war, die Bundeswehr nach Syrien zu entsenden, so misslich ist sie auch. Denn militärisch gibt es wenig zu gewinnen. Und politisch fehlt ein klares Ziel.

Von Jochen Graebert, NDR, ARD-Hauptstadtstudio

Jetzt ist Deutschland also doch Kriegspartei in Syrien. Und um eines gleich vorweg zu schicken: Nein sagen, finde ich, ging gar nicht. Denn wie hätten wir den Franzosen verweigern sollen, was wir den Amerikanern 2001 umstandslos gewährt haben? Dieser Anti-Terror-Koalition gegen den "Islamischen Staat" kann sich Deutschland nicht verschließen.

Und damit befinden wir uns auch schon mitten in einem furchtbaren Dilemma. Denn für einen Erfolg fehlen diesem Krieg die elementaren Voraussetzungen: Erstens - ein klares militärisches Ziel. Luftangriffe führen keine Entscheidung herbei. Sie können den IS schwächen, aber nicht besiegen. Was passiert also, wenn die letzte Bombe geworfen ist? Ganz abgesehen davon, dass sich Russen, Türken, Amerikaner und Europäer ja noch nicht mal darauf einigen können, wen sie denn eigentlich bekämpfen wollen: Den IS? Assad? Die Aufständischen?

Wir führen Krieg, wissen aber nicht, wofür

Und damit wären wir - zweitens - beim politischen Konzept. Wenn es denn eins gäbe! In Syrien steht derzeit keine Kraft bereit, die an die Stelle des IS treten könnte. Oder an die Stelle Assads, an dessen Rolle sich ja ohnehin die Geister scheiden.

Fazit: Wir führen Krieg. Wissen aber nicht, mit wem, gegen wen und wofür. Nur den Grund, den kennen wir. Und der ist zugleich der Preis. Frankreich hat ihn gerade bezahlt. Mit den Anschlägen von Paris. Und wann sind wir dran? Aber deshalb nichts tun und den IS weiter wachsen lassen?

Nein, uns bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Mächte und Weltmächte im Syrien-Konflikt doch noch zusammenraufen. Jetzt, wo sie die Verantwortung tragen für den Krieg. Und damit auch für das Land.

Jochen Graebert, NDR, kommentiert die Syrien-Entscheidung der Bundesregierung
tagessthemen 22:15 Uhr, 26.11.2015

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Darstellung: