Kommentar

Kommentar zu Trump Intrigen statt Management

Stand: 14.02.2017 17:12 Uhr

Als Unternehmer wisse er, wie man eine Regierung erfolgreich führe - hatte Donald Trump seinen Wählern versprochen. Die Realität im Weißen Haus nach der Wahl sieht anders aus, meint Martin Ganslmeier: Flügelkämpfe, Intrigen und mangelnde Absprachen.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Für US-Präsident Donald Trump ist der Rücktritt seines Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn eine schwere Schlappe. Erst in der vergangenen Woche hatte Trump mit seinem Einreiseverbot für Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern eine bittere Niederlage vor Gericht kassiert. Das Reiseverbot war überhastet eingeführt und miserabel vorbereitet worden.

Und jetzt muss nach nicht einmal vier Wochen im Amt der Mann zurücktreten, der in Krisensituationen den Präsidenten ruhig und besonnen beraten soll. Flynn stolpert ausgerechnet über seine Russland-Connection. Ganz offensichtlich hat er in seinem Telefonat mit dem russischen Botschafter Ende des Jahres doch über die Sanktionen gegen Russland und ihre mögliche Aufhebung gesprochen. Und das obwohl die Trump-Regierung damals noch gar nicht im Amt war - in den USA ist dies ein möglicher Rechtsverstoß.

Dass Flynn selbst Pence belog, lässt tief blicken

Dass Flynn anschließend sogar Vizepräsident Mike Pence anlog, lässt tief blicken und zeigt das Ausmaß der Grabenkämpfe in Trumps Weißem Haus. Flynn war nicht länger haltbar, zumal sein Telefonat mit dem russischen Botschafter offensichtlich mitgeschnitten wurde. Schon vor Wochen hatte das Justizministerium gewarnt, Flynn könne erpressbar sein.

Dabei hatte Trump doch immer Hillary Clinton vorgeworfen, mit ihren Mails die nationale Sicherheit zu gefährden. Und Trump hatte seinen Wählern versprochen, als Unternehmer wisse er, wie man eine Regierung erfolgreich manage. Die Realität im Weißen Haus nach nicht einmal vier Wochen sieht anders aus: Flügelkämpfe, Intrigen und mangelnde Absprachen. Eine Regierung zu führen ist eben doch komplizierter als ein Unternehmen zu leiten.

Flynns Rücktritt - eine weitere Schlappe für Trump
Martin Ganslmeier, ARD Washington
14.02.2017 18:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Februar 2017 um 17:00 Uhr.

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