Kommentar

Fake News Kein Recht auf eigene Fakten

Stand: 12.12.2016 21:01 Uhr

Fakten? Geschmackssache. Wahrheit? Ein Multiple-Choice-Vorgang. Das Netz sorgt dafür, dass Mumpitz mehr Aufmerksamkeit bekommt als Tatsachen. Gesucht: Ein Gegengift gegen Fake News? Facebook ist in der Pflicht. Und für Journalisten sind Faktenchecks der neue Standard.

Ein Kommentar von Sonia Seymour Mikich, WDR

"Das steht aber so im Netz" - wie oft ich das höre. Eine Enthüllung, ein Zitat, eine Statistik. Lady Gaga und Angela Merkel sind in einem Satanistenklub. Falsch. Ein Pizzaladen ist Tarnadresse für einen pädophilen Sex-Ring von Hillary Clinton. Falsch. Ein deutscher Supermarkt wurde von Flüchtlingen leergeplündert. Falsch.

Die Politik tut gut daran, sich mit Lügenkampagnen, also Fake News, zu befassen. Deutlich, ohne Schmu: Denn die kommenden Wahlen drehen sich nicht nur um politische Programme, sondern um die größte Herausforderung für die Demokratie selbst: Das Relativieren von Wahrheit.

Mumpitz bekommt mehr Aufmerksamkeit

Das Netz befeuert, dass Mumpitz mehr Aufmerksamkeit bekommt als Tatsachen. Fakten? Geschmackssache. Wahrheit? Ein Multiple-Choice-Vorgang. Das verändert alles.

Der Kommentar von Sonia Seymour Mikich (WDR), zu Fake News
tagesthemen 22:15 Uhr, 12.12.2016

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Was wäre Gegengift? Zunächst Selbstverpflichtung der Netzgiganten, vor allem Facebook. Es darf nicht sein, dass gefälschte Nachrichten mehr Verbreitung haben als recherchierte.

Faktenchecks und Netzkompetenz

Für Journalisten sind Faktenchecks der neue Standard. Kostet übrigens Geld. Und eine Einsicht: Zwischen der Behauptung, der Mond ist aus Käse und den gesammelten Erkenntnissen der Astrophysik gibt es keine Ausgewogenheit. Außerdem mehr Netzkompetenz für alle. 100.000 Likes können auch von Robotern stammen. Und alles und nichts bedeuten.

Skepsis ist gesund: Wer will, dass ich was glaube und warum. Hat diese Nachricht einen Absender? Kann ich eine Richtigstellung fordern? Echte Journalisten, on- und offline, sind rechenschaftspflichtig. Versuchen Sie mal sich bei einem Algorithmus zu beschweren ...

Wer online auf asozialen Seiten unterwegs ist, soll unter Bullshit posten: Das ist falsch. Denn: Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.

Redaktioneller Hinweis

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. Dezember 2016 um 22:15 Uhr.

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