Kommentar

Trump und Thunberg in Davos Chance verpasst

Stand: 21.01.2020 19:19 Uhr

US-Präsident Trump und Klimaaktivistin Thunberg haben ihre Chance auf dem Weltwirtschaftsforum vertan: miteinander, statt aneinander vorbeizureden. Kein gutes Zeichen für den Klimaschutz.

Ein Kommentar von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Als der Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab vor 50 Jahren das Weltwirtschaftsforum gründete, hatte er eine Vision: Er wollte eine Plattform schaffen, wo Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlichen Positionen unkompliziert zusammenkommen, um gemeinsame Lösungen zu diskutieren für Probleme und Herausforderungen der Welt. 

Doch am ersten Tag des Jubiläumstreffens hat das nicht geklappt. Die beiden prominenten Gäste, die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und US-Präsident Donald Trump, machten deutlich, wie unterschiedlich die Sicht auf unsere Welt sein kann - und wie weit weg wir von weltweiten Lösungen für die Klimakrise sind. 

Weltwirtschaftsforum zwischen Trump und Greta
tagesthemen 22:15 Uhr, 21.01.2020, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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Thunberg, die Kämpferin

Auf der einen Seite: Greta Thunberg. Sie treibt die Sorge um unsere eine Welt um. In Davos verwies sie erneut auf die Erkenntnisse des Weltklimarats. Wird weiterhin so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen, führt das zur Klimakatastrophe, zu schmelzenden Polen, steigenden Meeresspiegeln und Extremwetter.

Greta Thunberg forderte, die reichen Staaten müssten schnell die CO2-Emissionen auf null reduzieren und dann den ärmeren Ländern dabei helfen, das Gleiche zu tun. Damit alle besser leben können. Der Kampf ums Klima gehe erst richtig los, so gab sich die Schwedin kämpferisch. 

Trump, der Sorglose

Auf der anderen Seite: US-Präsident Donald Trump. Sorge ums Klima? Fehlanzeige. Er machte in seiner Rede klar, für ihn zählt weiterhin "America first" - Amerika zuerst. Er sprach lang und breit von den Erfolgen seiner Politik. Was für ihn zählt, ist Wirtschaftswachstum. 

Zwar kündigte Trump an, an einer gigantischen Baumpflanz-Initiative des Weltwirtschaftsforums teilzunehmen, doch die Sorgen der Klimaschützer sind für ihn Pessimismus, der nicht angebracht sei. Furcht und Zweifel seien kein guter Gedankengang, so der US-Präsident. Und weiter: Die Klimaaktivisten seien paranoide Untergangspropheten. Punkt.

Davos ist grüner geworden

Dabei herrscht auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos weitgehend Konsens darüber, dass das Thema Klimaschutz so wichtig ist wie nie. Die Agenda des diesjährigen Treffens steht im Zeichen des Umweltschutzes. Das Forum selbst, zu dem die Konzernbosse früher gern per Hubschrauber gereist sind, ist irgendwie grüner geworden.

Extra wurde ein Bahn-Halt eingerichtet, damit die Teilnehmer mit dem Zug zum Kongresszentrum kommen können. Es gibt Solarstrom, weniger Müll und sogar einen vegetarischen Tag. Den Top-Managern ist klar, dass man auf einem toten Planeten kein Geld verdienen kann. Und auch vielen der in Davos anwesenden Politiker ist bewusst, dass einen großen Teil der Bevölkerung die Sorge um die Zukunft umtreibt.

Aneinander vorbei, statt miteinander

Es gibt also Zeichen der Hoffnung, doch anhand von Thunberg und Trump wurde wieder einmal deutlich, wie gespalten die Welt in ihrer Sicht auf die Klimakrise ist. Beide haben in Davos ihre Botschaften verkündet. Sie haben aneinander vorbeigeredet und nicht miteinander - so wie es das Forum doch eigentlich erreichen will. Das ist enttäuschend. Denn das Weltwirtschaftsforum hätte eine Chance geboten, zusammenzukommen.

Davos im Klimakampf? Kommentar zum Weltwirtschaftsforum
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
21.01.2020 19:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

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