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Acht Tage Sitzungsmarathon haben die meisten Teilnehmer bereits hinter sich. Am Nachmittag eröffnen die Umweltminister feierlich die formellen Gespräche beim Klimagipfel in Kopenhagen. Inzwischen traf auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in der dänischen Hauptstadt ein.
[Bildunterschrift: "Jetzt ist die Zeit, nicht länger mit dem Finger aufeinander zu zeigen", so Ban Ki-Moon. ]
Ban rief die Vertreter der reichen und armen Länder auf, ihre gegenseitigen Schuldzuweisungen zu beenden. "Jetzt ist die Zeit, nicht länger mit dem Finger aufeinander zu zeigen", sagte er. Stattdessen sollten die Staaten ihre Klimaziele heraufschrauben, um die stockenden Verhandlungen zu retten. Beide Seiten müssten ambitionierte Angebote auf den Tisch legen. Es wäre ein schwerer Fehler, die wichtigen Verhandlungen allein den 100 Staats- und Regierungschefs zu überlassen.
Langsam wird die Zeit eng für die Vertreter aus 192 Staaten. Bis Freitag soll nichts Geringeres als ein globales Abkommen gegen die Klimaerwärmung zustande kommen. Immerhin kündigten die Organisatoren nach massiven Protesten der afrikanischen Staaten an, auf die Entwicklungsländer zuzugehen. Die Forderung dieser Gruppe nach Beachtung des Kyoto-Protokolls solle "beachtet" werden, sagte Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard.
Darin werden die Industriestaaten verbindlich zur Verringerung ihrer Treibhausgase aufgefordert. Die afrikanischen Staaten hatten die Konferenz gestern vorübergehend verlassen, weil die Industriestaaten eine neues Vertragssystem für den Klimaschutz aushandeln wollen, das parallel zum Kyoto-Protokoll läuft.
Am Donnerstag und Freitag werden für die abschließenden Beratungen 115 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore sagte in Kopenhagen, die USA müssten "sehr viel mehr" für den Kampf gegen die Erderwärmung tun. Das, was Obama in weniger als einem Jahr unternommen habe, sei allerdings hervorragend im Vergleich zu den acht Jahren der Vorgängerregierung unter George W. Bush.
[Bildunterschrift: Um auf die dramatische Lage der Malediven aufmerksam zu machen, ging Ministerpräsident Nasheed mit seinem Kabinett auf Tauchgang. ]
Als erster der in Kopenhagen erwarteten rund 120 Staats- und Regierungschefs schaltete sich der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, in die UN-Klimakonferenz ein. Mit einem dramatischen Appell zur Rettung der Inselkette seiner Heimat wandte sich Nasheed an die Delegierten. "Bei allen politischen Abkommen geht es um Verhandlungen, um Bereitschaft zum Kompromiss", sagte er. Beim Klimawandel aber gehe es um Physik. "Mit Mutter Natur kann man keinen Handel schließen", sagte Nasheed und warb dafür, die wissenschaftlichen Vorgaben im Kampf gegen den Klimawandel zu akzeptieren.
Nach Schätzungen des UN-Klimarats würde schon ein Anstieg des Meeresspiegels um 18 bis 59 Zentimeter ausreichen, um die flachen Inseln der Malediven weitgehend unbewohnbar zu machen.
In der Nacht kam es in Kopenhagen erneut zu Ausschreitungen. Die dänische Polizei nahm mehr mehr als 200 Menschen fest. Randalierer errichteten am Montagabend brennende Barrikaden nahe der alternativen Wohnsiedlung Christiania und griffen die Polizei mit Molotow-Cocktails an, wie Augenzeugen berichteten.
Zahlreiche dänische und ausländische Umweltaktivisten hatten zuvor auf dem Gelände gefeiert. Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender TV2 News, die Polizei habe alle Ausgänge des Geländes abgeriegelt und Tränengas eingesetzt, um die in einem Zelt versammelten Teilnehmer auseinanderzutreiben. Christiania entstand Anfang der 1970er Jahre auf einem ehemaligen Kasernengelände, wo sich Aussteiger und Künstler niederließen, und wurde zum Inbegriff der dänischen Hippie-Kultur. Bei Protesten gegen Polizeieinsätze und den Abriss sowie die Räumung von Häusern in Christiania kam es wiederholt zu Straßenschlachten.
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