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Nach dem bescheidenen Ergebnis des Klimagipfels von Kopenhagen glaubt der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) Hans Joachim Schellnhuber nicht mehr an einen Klimaschutz im Rahmen der Vereinten Nationen. Bisher habe er dies immer als einzige strategische Möglichkeit gesehen, doch nach Kopenhagen "denke ich darüber anders", sagte er im tagesschau-Chat. Jetzt seien verstärkt die Menschen aufgefordert durch eine Umstellung gewisser Gewohnheiten oder Vorlieben dem Klima etwas Gutes zu tun. Als Beispiele nannte Schellnhuber den Verzicht auf übermäßigen Fleischkonsum oder auch die energetische Sanierung von Häuser und Wohnungen. "Jeder der Produkte kauft, sollte auch darauf achten welcher CO2-Ausstoß damit verbunden ist", antwortete er auf eine User-Frage.
[Bildunterschrift: Hans Joachim Schellnhuber ]
Scharf kritisierte Schellnhuber den Verlauf des Kopenhagener Klimagipfels. Die Verhandlungen hätten gezeigt, dass nur sehr wenige Länder bereit gewesen wären, das Wohl der gesamten Menschheit über ihre nationalen Egoismen zu stellen, bemängelte der Klimaforscher. Die Hauptverantwortung für das "kümmerliche Ergebnis" sieht Schellnhuber vor allem bei den USA und China. "Beide Länder haben im Grunde genommen keinen Millimeter Kompromissbereitschaft gezeigt", bemängelte Schellnhuber. Bei dem in Kopenhagen ausgehandelten Minimalkompromiß handele es sich lediglich um ein Papier, das die mächtigen der Welt im Hotelzimmer ausgekungelt hätten. Defacto sei es aber ein "Nicht"-Beschluss.
Hoffnung setzt Schellnhuber jetzt auf die Fortsetzung der Klimaverhandlungen im kommenden Jahr in Mexiko. Es sei wichtig, dass in Kopenhagen nur zur Kenntnis genommene Ziel von maximal zwei Grad Celsius Erderwärmung dort völkerrechtlich verbindlich festzuschreiben. Überdies hoffe er darauf, dass man sich auch auf verbindliche Zahlen bei der Reduktion von Treibhausgasen einige. Bisher sei nämlich immer noch völlig unklar, wie der Anstieg der Erderwärmung konkret verhindert werden soll.
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