Kommentar

Kommentar zum Klimagipfel Das Personal passt nicht zur Aufgabe

Stand: 19.12.2009 14:58 Uhr

Mit Kopenhagen kann man ja schön spielen: Zuerst war es Hopenhagen, also der Ort der Hoffnung, jetzt ist es Floppenhagen. Die Erkenntnis nach zwei Jahren Vorbereitung, so ungefähr vier Monaten Verhandlungen in dieser Zeit und am Ende 120 Staats- und Regierungschefs in einer Halle: Es geht nicht! Und das bedeutet auch: So geht es nicht weiter.

Die feinen Regeln der UNO führen zu endlosem diplomatischem Palaver, das nur die Tatsache tarnt, dass sich alle fein darin eingerichtet haben und die Dauerhaftigkeit der Dinge nicht durch übermäßige Fortschritte gefährden wollen. Und auch wenn Massen an Chefpolitikern zusammenkommen: Einstimmigkeit - wie sie die UNO braucht - führt zu nichts Gutem. Das hat ja nicht nur jetzt den Klimaschutz getroffen. Der Welthandel in der WTO, die Welt-Ernährung in der FAO - alles ist in den letzten Wochen mit Pomp auf Sand gelaufen.

Globale Probleme brauchen globale Lösungen

Globale Probleme brauchen globale Lösungen - eigentlich schon. Aber was, wenn die nicht zu haben sind? Das Personal passt nicht zur Aufgabe: Despoten aller Hautfarben, die solche Bühnen für Selbstdarstellung nutzen und Zeit kosten. Ein US-Präsident, der nur auf die Wirkung zuhause achtet und nach dem Hubschrauberprinzip handelt: einfliegen, Staub aufwirbeln, abhauen - und natürlich laut vom Erfolg erzählen. Gehobene Beamte aus weniger bedeutenden Ländern, die gerne auch mal nebenher shoppen, Konferenzpräsidenten, die den Namen ihrer Hauptstadt im Titel eines internationalen Abkommens verewigen wollen, aber maßlos überfordert sind.

In Kopenhagen war alles dabei - und vielleicht war das das Problem. Weniger ist mehr. Wenn Klimakonferenz, dann kleiner und effizienter. Ergebnisorientiert - und nicht um jeden Preis den Klimaschutz für Frieden, Freude und Eierkuchen verkaufen. Denn es lohnt sich durchaus am Thema dran zu bleiben. Das wäre gut für die Wirtschaft - und für die Welt.

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