Ein syrisches Kind in einer zerbombten Stadt in Syrien | Bildquelle: AP

Bericht von Hilfsorganisation 250.000 Kinder hungern

Stand: 09.03.2016 03:40 Uhr

Etwa eine Viertelmillion Kinder leiden in den belagerten Gebieten Syriens unter Hunger. Zudem haben sie so gut wie keinen Zugang zu Medikamenten. Die Kinder hätten jegliche Hoffnung auf die Zukunft aufgegeben, berichtet die Hilfsorganisation "Save the Children".

Die Hilfsorganisation "Save the Children" hat ihren aktuellen Bericht über die Lage im Bürgerkriegsland Syrien veröffentlicht. Demnach leiden rund 250.000 Kinder in belagerten Gebieten unter Hunger und haben jede Hoffnung auf die Zukunft verloren.

Die internationale Kinderrechtsorganisation zeichnete ein düsteres Bild vom Leben in den umkämpften Gebieten. Die Situation der Syrer in den betroffenen Regionen ist demnach bestimmt von der ständigen Angst vor Luftangriffen sowie einem mangelhaften Zugang zu Nahrungsmitteln und ärztlicher Versorgung. Hilfsorganisationen haben laut Save the Children praktisch keine Möglichkeit, in die belagerten Gebiete zu gelangen.

Frisches Obst und Gemüse kennen die Kinder nicht

"Die Kinder haben wirklich jegliches Gefühl für die Zukunft verloren", sagte Sonia Khush, die für Syrien zuständige Regionaldirektorin von "Save the Children", im UN-Hauptquartier in New York. Eltern und ihre Kinder seien umzingelt von sich bekriegenden Gruppen. Die Möglichkeit, Medizin oder ärztliche Betreuung zu bekommen, sei stark begrenzt oder gar nicht existent, sagte sie.

Die Kinder wüssten kaum, was frisches Obst und Gemüse sei, weil die Regierungstruppen und andere kämpfende Gruppierungen ihnen den Zugang dazu verwehrten. Die Hilforganisation interviewte gemeinsam mit Partnern in Syrien 126 Menschen in acht belagerten Gebieten. Unter den Befragten waren Kinder im Alter zwischen zehn und 16 Jahren, Eltern, aber auch Ärzte und Lehrer.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. März 2016 um 08:00 Uhr.

Darstellung: