Fachtschiff im Hafen von Hudaida  | Bildquelle: dpa

Krieg im Jemen Die Waffenruhe hält

Stand: 18.12.2018 11:24 Uhr

Im Jemen-Krieg ist im strategisch wichtigen Hodeida eine von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe in Kraft getreten. Nach UN-Angaben hält sie bislang.

Wenige Tage nach den Jemen-Friedensgesprächen in Stockholm ist die dort ausgehandelte Waffenruhe für die wichtige Hafenstadt Hodeida in Kraft getreten. Und sie hält. Das geht aus einem Lagebericht aus dem Konfliktbüro hervor, berichten die Vereinten Nationen.

Mit der Regierung verbündete Truppen und schiitische Huthi-Rebellen hatten sich noch wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe heftige Gefechte geliefert. Doch nach Inkrafttreten der Waffenruhe ließen die Scharmützel nach, nur vereinzelt waren Schüsse aus Maschinengewehren in Hodeida zu hören.

Ein Mitglied der Regierungstruppen feuert mit einer Waffe auf die Hafenstadt Hudaida | Bildquelle: dpa
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Bis zuletzt hatte es heftige Gefechte in Hodaida gegeben.

Wichtige Versorgungsader

Der von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Hafen Hodeida ist eine der wichtigsten Versorgungsadern des bitterarmen Landes. Mehr als 70 Prozent der Importe Jemens werden hier abgewickelt.

Die Hafenstadt war bis zuletzt schwer umkämpft. Die Huthi-Rebellen hatten beharrlich Widerstand geleistet, obwohl die Militärkoalition hinter den Regierungstruppen wesentlich größer ist und auf Luftunterstützung zählen kann. Die Lage galt zuletzt als verfahren, nachdem beide Seiten sich wochenlang verlustreiche Straßenschlachten in dicht besiedelten Bezirken in den Randgebieten Hodeidas geliefert hatten.

Häfen sollen unter UN-Aufsicht

Die Rebellen und die international anerkannte Regierung hatten sich am Donnerstag bei den Friedensgesprächen auf eine Waffenruhe geeinigt. Demnach müssen sie jeweils ihre Truppen aus Hodeida abziehen und keine Verstärkung in die Stadt holen. Laut der Vereinbarung soll ein gemeinsames Komitee unter Führung von UN-Vertretern die Feuerpause und den Truppenabzug aus der aktuell von den Huthi-Rebellen kontrollierten Hafenstadt überwachen. Die Verwaltung der Stadt und ihrer drei Häfen sollen unter UN-Aufsicht örtliche Behörden und Polizei übernehmen.

Mit der Waffenruhe ist die Hoffnung auf eine Entspannung der dramatischen humanitären Lage in dem Land auf der Arabischen Halbinsel verbunden. Nach mehr als vier Jahren Krieg erlebt der Jemen den UN zufolge die schwerste humanitäre Krise der Welt. Millionen Menschen müssen hungern, 250 000 droht der Hungertod.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. Dezember 2018 um 09:24 Uhr.

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