Jahresrückblick 1964 Parlamentswahlen in Großbritannien

Stand: 06.12.2010 17:54 Uhr

Am 15. Oktober wird in England ein neues Parlament gewählt. Die Arbeiterpartei gewinnt die Wahl, ihr Vorsitzender ist Harold Wilson. Die Labour-Party erringt eine knappe Mehrheit im Unterhaus. Nach 13 Jahren führt wieder ein Konservativer die Opposition Ihrer Majestät an.

Am 3. November eröffnet Königin Elizabeth die neue Parlamentsperiode der House of Lords. Zum ersten Mal verkündet sie in einer Thronrede das Programm einer sozialistischen Regierung. Im Vordergrund steht dabei die Stahlindustrie, bessere Altersversorgung, die Abschaffung der Todesstrafe und das Bemühen, die Spannung zwischen Ost und West zu mindern.

Kaum im Amt, schockiert die Regierung um Harold Wilson die Weltwirtschaft mit einer Zollerhöhung von 15 Prozent. Alle britischen Exporte werden subventioniert. Die Geschäftswelt reagiert darauf mit Besorgnis. Dennoch steigt der durchschnittliche Aktienkurs. Einen Monat später jedoch ist das Pfund Stirling zum niedrigsten Kurs seit acht Jahren notiert. Dies beunruhigt die Labour Regierung und auch die Börse. Die Bank von England erhöht ihren Wechselzins von fünf auf sieben Prozent, die Kapitalflucht ins Ausland ist gestoppt. Die westliche Welt stützt das Pfund mit zwölf Milliarden Mark.

Die erste Reise des neuen britischen Außenministers Gordon Walker führt nach Washington. Er bekräftigt im Gespräch mit Außenminister Rusk und dem Präsidenten den Willen zur atlantischen Partnerschaft. Der erste Antrittsbesuch in Europa findet in Bonn bei Bundeskanzler Erhard statt. Der britische Außenminister trägt den Wunsch seiner Regierung vor, an den Beratungen über die Einigung Europas teilzunehmen.

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