Jahresrückblick 1999 Der Kosovo-Krieg

Stand: 17.05.2018 13:48 Uhr

Am 24. März beginnt die NATO, ohne UN-Mandat Jugoslawien zu bombardieren. Ziel der Luftangriffe ist es, die serbischen Truppen zum Rückzug aus dem Kosovo zu zwingen. Um Bündnistreue zu zeigen, stellt sich die rot-grüne Regierung im Kosovo-Krieg ganz auf die harte Seite der amerikanischen und britischen NATO-Partner. In Rambouillet scheitern unter britischer und französischer Aufsicht Verhandlungen zwischen Kosovo-Albanern und der jugoslawischen Regierung.

Aus serbischer Sicht mischt sich die NATO in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates ein. Der Krieg wäre demnach ein Bruch des Völkerrechts. Für die NATO-Staaten geht es darum, ethnische Säuberungen im Kosovo zu beenden.

Die Allianz plant einen kurzen, "sauberen" Krieg. Man glaubt, Präsident Milosevic werde nach einigen Tagen einlenken. Doch die serbische Luftabwehr erweist sich als stärker als vermutet. Statt sich gegen Milosevic zu erheben, schweißen die Luftangriffe die serbische Bevölkerung zusammen.

Zivile Ziele

Je länger der Krieg dauert, desto mehr gehen der NATO die militärischen Ziele aus. Der Kampf gegen das serbische Militär wird mehr und mehr zum Kampf gegen die Bevölkerung. Bomben fallen auf Brücken und Fabriken. Der Angriff auf die chinesische Botschaft in Belgrad am 8. Mai führt zu einem politischen Desaster. Die NATO entschuldigt sich mit mangelhafter Aufklärung.

Im Kosovo kommt es zur humanitären Katastrophe: 850.000 Menschen sind auf der Flucht. Ihre Lage wird durch den Luftkrieg noch verschärft. Immer öfter wird gemeldet, was Militärs "Kollateralschäden" nennen, also billigend in Kauf genommener Schaden, der bei Militäraktionen entsteht: Bomben auf einen Flüchtlingskonvoi, auf einen Bus mit Frauen und Kindern.

Rückzug serbischer Truppen

Nach 78 Tagen lenkt Slobodan Milosevic am 12. Juni ein und zieht seine Truppen aus dem Kosovo ab.

Die Bilanz des Krieges: Serbien ist wirtschaftlich um 40 Jahre zurückgebombt. Der Balkan ist nicht stabiler. Das Kosovo ist ein UN-Protektorat und Slobodan Milosevic ist weiter an der Macht.

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