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Verdacht der Terrorunterstützung Szenebekannter Salafist in U-Haft

Stand: 15.05.2019 16:04 Uhr

Sabri Ben A. hat offenbar jahrelang in Deutschland Propaganda für islamistische Gruppen gemacht. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft, bestreitet aber alle Vorwürfe.

Von Eric Beres, SWR und ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt

Der bundesweit in der Salafistenszene bekannte Aktivist, Sabri Ben A. sitzt als mutmaßlicher Terrorunterstützer in Untersuchungshaft. Das hat dessen Anwalt, Serkan Alkan, dem SWR bestätigt.

Hintergrund sei ein Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland. Laut Alkan wird dem 39-Jährigen vorgeworfen, im März 2014 die der Terrororganisation "Ahrar al Sham" zugerechnete Gruppierung "Kataib al Imam al Muqatilah" unterstützt zu haben. Während einer Reise nach Syrien soll er der Gruppe Messer und Nachtsichtgeräte überbracht haben.

Anwalt weist Vorwürfe zurück

Ben A.s Anwalt weist die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück. Dem SWR sagte er: "Die Ermittlungen dauern seit fünf Jahren an, und es gibt nach meiner Kenntnis kein belastendes Material gegen meinen Mandaten. Alle Vorwürfe stützen sich offenbar hauptsächlich auf Hörensagen." Die für das Verfahren zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf bestätigte eine Festnahme, wollte sich aber zu Details auf SWR-Anfrage nicht äußern.

Sabri Ben A. hatte sich in der Szene als Produzent von Propagandavideos einen Namen gemacht. In diesen rief er unter anderem Muslime aus Deutschland dazu auf, sich dem Kampf gegen das Assad-Regime in Syrien anzuschließen. Mehrfach verunglimpfte er Journalisten, die über die salafistische Szene berichteten. 

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